Das Baden und Saunieren im "Solequell" kostet ab dem 1. Januar mehr. Die Mitglieder des Betriebsausschusses haben die Erhöhung der Preise beschlossen. Auf den Kompromissvorschlag, dass die Familienkarte nicht nur für Kinder bis 12 Jahre, sondern bis 15 Jahre gilt, wurde nicht eingegangen.

BadSalzelmen l Die Enttäuschung steht Stadtrat Matthias Menzel ins Gesicht geschrieben. Er ist nicht einverstanden mit der Preiserhöhung für den Bad- und Saunabereich im "Solequell". Doch er sagt: "Schweren Herzens gehe ich mit."

Hintergrund ist, dass sich die Verantwortlichen gezwungen sehen, die Preise im "Solequell" zum 1. Januar zu erhöhen. Die Preissteigerung (siehe Infokasten) bewegt sich zwischen 50 Cent und zwei Euro. Eine Zielgruppe wird im besonderen Maß betroffen sein - die Nutzer der Familientageskarte im Badbereich, die für zwei Erwachsene und ein Kind bis 12 Jahre gilt. Bisher gab es diese Karte für 23 Euro, ab 1. Januar müssen die Familien 27 Euro zahlen.

"Können wir nicht wenigstens den Kompromiss eingehen, dass das Alter der Kinder angehoben wird?", fragt Matthias Menzel in der Sitzung des Betriebsausschusses Kur- und Gesundheitsverwaltung, der am Donnerstagabend über die neuen Entgelte entschieden hat. Sein Wunsch: In allen Tarifen, die für Kinder gelten, soll das Alter von 12 auf 15 Jahre angehoben wird. Einen entsprechenden mündlichen Antrag stellt er noch während der Sitzung.

Doch die Mitglieder folgen diesem nicht. Mit fünf Nein- zu zwei Ja-Stimmen wird der Änderungsantrag abgeschmettert. Die stimmberechtigten Teilnehmer folgen lieber der Argumentation der Solepark-Verwaltung. Demnach würden sich ältere Kinder im "Solequell" langweilen. "Wir sind nicht zu vergleichen mit einem Spaßbad. Wir haben keine Rutsche, und man darf nicht vom Beckenrand springen", sagt Prokuristin Britta Simon. Das zeige sich an den Besucherzahlen, so Simon. "Der größte Anteil der Kinder im ,Solequell` ist zwischen 0 und sechs Jahren alt", sagt sie.

Dieser Argumentation kann der CDU-Mann Menzel nicht folgen: "Wir tun uns doch nichts Schlimmes, wenn wir das Alter anhöhen." Und: "Die Entscheidung, ob die Familien mit ihren größeren Kindern ins ,Solequell` kommen wollen, können die Familien doch selbst treffen."

Grundsätzlich erfolgen die Preiserhöhungen im "Solequell" aufgrund von gesetzlichen Entscheidungen. Wie Solepark-Leiterin Sibylle Schulz erklärt, müssen künftig 19 Prozent Steuern statt bisher sieben Prozent veranschlagt werden. Das wollen die Verantwortlichen auf die Nutzer umschlagen. "Wir haben versucht, die Preisanpassung moderat zu gestalten", sagt Sibylle Schulz weiter. Sie gibt den Ausschussmitgliedern eine Tabelle zur Hand, die die Preise mit Thermen und Spaßbädern in der Region vergleicht. "Auch andere Bäder wollen ihre Eintrittsgelder erhöhen, obwohl sie jetzt schon höher liegen als wir", sagt sie in diesem Zusammenhang.

Der Betriebsausschuss folgt dem und stimmt mit sechs Ja-Stimmen bei einer Enthaltung für den Preisanstieg im "Solequell".