Noch vor gar nicht all zu langer Zeit sind die Kinder der Kinderstagesstätte Regenbogen in ein neues Haus gezogen. Mit angepackt hat da auch Nicole Berger. Die heutige Erzieherin war früher selbst ein Regenbogen-Kind.

Schönebeck l "Wer einmal hier war", sagt Nicole Berger, "der kommt auch gern wieder." Für kaum eine andere Person trifft das wohl besser zu, als für Berger selbst. Zu Beginn der 1990er Jahre war sie als Kind in der Kindertagesstätte (Kita) "Regenbogen". Heute steht sie "auf der anderen Seite" - als Erzieherin und feiert das 30-jährige Bestehen in diesem Jahr mit.

Über Umwege in den Traumberuf

1984 wurde die Einrichtung, damals noch in der Straße der Jugend, eröffnet. Fünf Jahre später erblickte auch Nicole Berger das erste Mal ihren neuen Kindergarten. "Ich weiß noch", erinnert sie sich heute, "dass wir Kinder Angst vor den Duschräumen hatten. Sie waren im Keller und dort war es so dunkel." Sonst sei aber auch am alten Standort alles sehr schön gewesen. "Der Spielplatz war damals natürlich auch grüner", zieht sie den Vergleich zum Neubau in der Wilhelm-Hellge-Straße und fängt an zu lachen. Das Grün brauche halt seine Zeit.

Bereits, als sie selbst noch als Kind in der Kita war, wusste sie schon: Ich will was mit Kindern machen. "Aber eigentlich wollte ich immer Lehrerin werden", erinnert sie sich: "Aber auch die Erzieher mit ihren Gitarren und dem Gesang haben mich beeindruckt."

Der Weg zurück in die Kita war also schon vorgezeichnet, er musste nur noch gegangen werden, hatte aber auch einen Umweg. Zuerst machte sie nämlich eine Ausbildung zur Arzthelferin. "Ich habe aber sehr schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist", blickt Nicole Berger zurück. Also entschied sie sich neu, schwenkte nach wenigen Monaten um, erlernte ihren Traumberuf.

Während ihrer Ausbildung zur Erzieherin war auch ein Praktikum Pflicht. Schnell kam ihr da natürlich ihr alter Kindergarten in den Sinn. Als kleines Mädchen hatte sie ihren Spaß, warum also nicht auch als großes? "Es ist alles so herzlich hier", schwärmt sie, "das brauche ich einfach."

Wie das Leben manchmal so spielt, hatte sie zu ihrer Praktikumszeit auch ihren eigenen Bruder in der Gruppe. Probleme habe es nicht gegeben. "Die eigentliche Arbeit, auch die Gespräche mit den Eltern, hat ja damals die Erzieherin gemacht", sagt sie heute: "Ich war ja nur Praktikantin." Diese Konstellation ist genauso normal wie die Tatsache, dass ehemalige Regenbogen-Kinder als Erwachsene ihre eigenen Sprösslinge in den Kindergarten ihrer Jugend bringen.

"Auch aktuell haben wir eine Praktikantin", berichtet Leiterin Sabine Krause, "die als Kind selbst hier war und nun ihr eigenes auch hierher geschickt hat."

Heute ist die kleine Nicole von damals Frau Berger und eine vollwertige Kollegin. Auch Marion Nagel war vor knapp 25 Jahren schon als Erzieherin in der Kita Regenbogen. Sie hatte die Gruppe im Raum neben jener, in der Nicole Berger war. "Alle wollten damals zu Tante Marion", sagt Berger und muss laut lachen. Sie sei "besonders" herzlich gewesen. Heute arbeiten beide gemeinsam, auf Augenhöhe, ziehen an einem Strang und fördern die Kinder.

Fördern, das heißt in der Einrichtung der Johanniter vor allem die Sprache zu schulen. "Wir nehmen an dem Bundesprojekt ´Frühe Chance` teil", erklärt Krause. Das bedeutet, dass die Erzieherinnen sehr viel Wert auf die Ausprägung der deutschen Sprache legen. "Wir kommentieren unser Handeln sehr viel", fügt sie hinzu. Dazu zählt aber auch die Kommunikation zwischen den Eltern und der Einrichtung.

"So lange bleiben, wie möglich."

Aber auch die Impulse der neuen Kollegen wie Nicole Berger fördern die Arbeit in der Einrichtung. "Wir machen alles gemeinsam", weiß Krause zu berichten. Die Impulse der neuen Kolleginnen seien sehr willkommen. Kein Wunder, dass sie sich pudelwohl fühlt. "Ich möchte so lange blieben, wie möglich", sagt Nicole Berger und lächelt zufrieden.

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