Große Bühne für die achte Klasse der "Maxim Gorki" Sekundarschule in Schönebeck: Unter der Regie des Schauspielers Andreas Steinke führten acht Schüler das Stück "Die Wahrheit oder Herr Schönes Äpfel" auf.

Schönebeck l Steht eine Behauptung einmal im Raum, verbreitet sie sich meist in Windeseile - erst recht in Zeiten von Facebook und Whatsapp. Ob sie wahr ist oder nicht, interessiert hinterher keinen mehr. Genau das muss auch Herr Schöne erfahren, Titelfigur im Theaterstück "Die Wahrheit oder Herr Schönes Äpfel."

Die freie Adaption des Kinderbuchs "Mr. Peabody`s Apples" von Popstar Madonna ist bereits das zweite Werk, das die Achtklässler unter der Regie des Schauspielers Andreas Steinke vom "Mobilen Theater 2000" einstudiert haben. Erzählt wird die Geschichte von Herrn Schöne, einem Lehrer, dem ein falsches Gerücht zum Verhängnis wird. Dank der neuen Medien verbreitet sich die Behauptung, er würde vom Obststand Äpfel stehlen, in Windeseile.

Das theaterpädagogische Dreijahresprojekt kam auf Initiative der Klassenlehrerin Heike Uhlig zustande und wird vom Landeszentrum für "Spiel und Theater e.V." gefördert. "Beim ersten Stück im vergangenen Jahr haben alle 21 Schüler der Klasse mitgespielt, das war schon toll", erinnert sich Heike Uhlig.

Seit Beginn des Kalenderjahres wurde regelmäßig am neuen Stück gefeilt, acht Schüler waren wieder mit dabei, darunter Josephin Marten und Marcel Crackau. "Mir machen das Proben und Spielen einfach Spaß", erzählt Josephin. Auch Marcel, der den Obsthändler Herrn Ismail spielt, wollte "unbedingt weitermachen". Jeden Mittwoch wurde nach der Schule eineinhalb Stunden geübt, zusätzlich gab es ein dreitägiges Intensivprogramm.

Eigene Tochter als Inspiration

"Mir kam die Idee, weil ich selber eine Tochter habe, die jeden Tag am Handy hängt und chattet", erklärt Steinke lachend. "Wir wollten zeigen, wie schnell sich in der heutigen Zeit Klatsch und Tratsch verbreiten können und was es für Konsequenzen haben kann, wenn eine Lüge plötzlich zur Wahrheit erhoben wird."

Natürlich wurde aber nicht das ganze Jahr ausschließlich an einem Stück geübt. "Ich habe auch immer wieder Spiele und Übungen eingebaut", erzählt Andreas Steinke. "Mir war wichtig, dass die Kinder die Schule hinter sich lassen und einfach mal abschalten und entspannen können. Sie sollten lernen, einander zuzuhören und sich anzuschauen." Aber auch Sprechübungen, Improvisation oder selbstbewusste Körpersprache sollten den Kids vermittelt werden.

"Klar gab es auch immer mal wieder Durststrecken und Motivationsprobleme", räumt Heike Uhlig ein, "aber das ist ja ganz normal." Unterm Strich war das Projekt dennoch ein Volltreffer: Etwa 80 Besucher kamen zur Premierenaufführung, der kleine Saal war voll besetzt.

Nach drei Vorstellungen ist für die Schüler der achten Klasse zwar Schluss, das Erfolgsprojekt geht aber natürlich weiter. Nur mit welchem Stück und welchen Schülern, ist bislang noch offen.

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