Seit mehr als einem Jahr ist der Sportplatz der Sekundarschule Am Lerchenfeld gesperrt. Grund sind tiefe Furchen, die einst hier stationierte Einsatzfahrzeuge im Flut-Juni 2013 hinterlassen haben. Schulleiter Rüdiger Gröber will den Platz so schnell wie möglich wieder für den Sport freigeben. Doch wann wird die Stadt den Schaden beseitigen?

Schönebeck l Bewegungsmuffel erleben seit einem Jahr in der Sekundarschule Am Lerchenfeld eine schöne Zeit. Denn seit der großen Flut vom Juni 2013 ist der Sportplatz größtenteils gesperrt. Sportunterricht, vor allem also Ballspiele, sind auf dem Rasen nicht möglich. Zwar kam das Wasser damals nicht bis in die Berliner Straße, aber auf dem Schulgelände waren zeitweise bis zu 1300 Hilfskräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und anderen Einrichtungen stationiert. 350 Fahrzeuge, darunter schweres Gerät, parkten auf dem Sportplatz - und hinterließen nach einem Regen Spuren in der aufgeweichten Erde. Tiefe Spuren. Die Flut floss dahin, die Helfer fuhren nach Hause, aber die Rillen im Rasen blieben. Hausmeister Horst Rüdiger tat sein Möglichstes, bugsierte knapp vier Tonnen Erdreich von einer Baustelle an der Turnhalle zum Rasenplatz und konnte so die Vertiefungen ausfüllen. Doch der gesamte Platz ist dennoch reichlich uneben, es besteht Verletzungsgefahr, wenn Kinder und Jugendliche hier Sport treiben. Mitarbeiter der Stadtverwaltung sahen die Gefahr des Umknickens gegeben und sperrten den Platz. "Und dabei ist es dann bis heute geblieben", bedauert Schulleiter Rüdiger Gröber.

Mit diesem Post-Flut-Status-quo mag er sich nicht abfinden. In Elbenau sei der dortige Sportplatz, obwohl deutlich weniger genutzt , inzwischen saniert worden. "Das macht für mich keinen Sinn. Wir wollen jedem Kind ermöglichen, jeden Tag Sport zu treiben. Aber wir bekommen keine Antwort, woran es denn nun liegt, dass bei uns nichts gemacht wird", sagt der Schulleiter.

Auch die zuständige Mitarbeiterin vom Schulverwaltungsamt (die Lerchenfeld Sekundarschule befindet sich in Trägerschaft der Stadt Schönebeck) hätte auf Anfrage keine Auskunft geben können. "Wir sind belehrt worden, dass wir auf dem Platz keinen Sportunterricht durchführen dürfen. Das war´s." Sport sei nur in der Turnhalle möglich, beziehungsweise auf der Laufbahn, die dem Sportplatz angegliedert ist, erklärt Gröber.

Beim Rundgang über die holperige grüne Fläche sprechen Gröber und sein Hausmeister von einem "Acker hoch zehn". "Das ist doch schade, wir haben eine Anlage und können sie nicht nutzen", sagt Rüdiger Gröber. Und ja, aufgenommen in die kommunale Liste der abzuarbeitenden Hochwasserschäden sei der Sportplatz. "Das ist uns von der Stadt versichert worden", sagt der Hausmeister, der übrigens im Juni 2013 quasi Tag und Nacht erster Ansprechpartner für die Einsatzkräfte war.

Auf Anfrage der Volksstimme teilt Stadtsprecher Hans-Peter Wannewitz mit: "Es handelt sich um eine beantragte Maßnahme der Schadensbeseitigung. Nummer 99. Es müssen zahlreiche Beantragungen geprüft und bewilligt werden - hier ist das Landesverwaltungsamt beteiligt - so dass man für Verzögerungen Verständnis haben muss, zumal alles technisch-baurechtlich untersucht und geprüft wird. Sobald die Bewilligung vorliegt, wird ausgeschrieben und der Schaden dann beseitigt."