Immer wenn die Volksstimme eine alte Schule sucht, weckt sie auch bei den Lesern zahlreiche Erinnerungen. So auch bei dem Foto der alten Welsleber Schule.

Welsleben l Wer erinnert sich noch an seine Schulzeit. Wohl jeder. Für den einen war sie schön, für den anderen weniger schön, aber in den Erinnerungen ist sie verhaftet.

So auch bei zahlreichen Lesern der Volksstimme, die in dieser Woche auf dem Heimaträtsel-Bild ihre alte Schule in Welsleben wiedererkannt haben.

Das Schulgebäude wurde vor mehr als 100 Jahren, nämlich 1903, erbaut. Dieses Datum geht aus alten, noch vorhandenen Aufzeichnungen im Kirchenarchiv Welsleben hervor, berichtet Hans-Jürgen Korn, der sich seit Jahren mit Heimatgeschichte befasst: "Dieses Schulhaus wurde nach Abbruch des früher darauf befindlichen `Predigerwitwenhaus` errichtet." Dieses wiederum wurde drei Jahre vor Baubeginn des Schulgebäudes abgebrochen.

Im gesamten Erdgeschoss befand sich seit Generationen schon immer ein sehr großer Klassenraum. "Er wurde als dieser bis auch noch zum Schulneubau der jetzigen Schule genutzt", erklärt Korn, und weiter: "Der Eingang war von hinten vom Hof aus."

Die Evangelische Kirchengemeinde Welsleben hat es 1903 an die "Evangelische Schulgemeinde" verkauft und beim "Königlichen Amtsgericht Groß Salze" angemeldet. Im Oktober 1936 schließlich wurde die politische Gemeinde Welsleben Eigentümerin des Gebäudes.

Früher war die Schule auf mehrere Gebäude verteilt

Fünf Jahre nach der Übertragung des Hauses begann für Liesbeth Luther die Schulkarriere. "Ich wurde 1941 dort eingeschult", schreibt sie uns. Dahinter sei noch der ehemalige Bauernhof von Wilhelm Peters zu sehen. Am linken Bildrand erkenne man noch das Haus der Familie Germer, schreibt die Welsleberin. Auch Helmut Hausmann aus Schönebeck hat die "Rote Schule" schnell erkannt, ebenso wie Leonhard Frommann, der sie in den Jahren von 1942 bis 1950 besuchte.

Dort zur Schule gegangen ist auch Heinz Brose. "70 Jahre ist das nun schon her", erinnert sich der Welsleber am Volksstimme-Telefon. Die früher normale achtjährige Schulpflicht habe er in der Grundschule absolviert. "Später sind wir aber auch in mehrere Gebäude gezogen." Insgesamt waren es früher fünf Gebäude, auf die die Klassenräume aufgeteilt wurden. Ein Teil der Häuser befand sich direkt dahinter in der Krummen Straße.

Christel Nakajew aus Schönebeck kann dies auch bestätigen und ergänzt: "Als ich 1957 eingeschult wurde, meine Lehrerin war Fräulein Gröger, befand sich mein Klassenraum in der unteren Etage dieses Gebäudes, in der zweiten Etage war eine Wohnung", übermittelte sie uns per E-Mail.

Insgesamt habe sie "schöne" Erinnerungen an die Schulzeit, von denen sie heute noch gern berichtet. "Heute gehen meine Enkelkinder dort zur Schule, natürlich jetzt in einem Neubau, und ich erzähle ihnen gern aus meinem Schülerleben und von meinen Lehrern", fügt sie hinzu.

Annegret Horn ist dort nicht nur zur Schule gegangen, sondern hat auch dort einmal gewohnt. "15 Jahre lang", sagt sie und lacht am Telefon laut. In dem Gebäude gewohnt haben auch die Lehrer der Schule. So nannte das Lehrerehepaar Hansli das Haus auch ihre Heimat. Ebenso wohnte dort der bis 1939 amtierende Schulleiter Franke oberhalb der Klassenräume.

Erinnerungen, die nicht mit der Schulzeit zu tun haben, hat Waltraud Langewort. Als Kind ist sie dort immer zu ihrer Uroma gegangen. "Daher habe ich das Gebäude sofort erkannt", sagt sie. Schnell fällt ihr auch ein, dass sich die Kirche gleich "um die Ecke" befindet.

Da wir noch mehr zu dem Gebäude zu erzählen haben, lesen Sie in der kommenden Woche noch mehr zur "Roten Schule" in Welsleben.

Den Gewinner verraten wir aber bereits: Heinz Brose. Für ihn wartet in der Lokalredaktion in der Wilhelm-Hellge-Straße 71 in Schönebeck eine kleine Überraschung.

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