Barby l "Barbyer Löschbiber". Was für ein Name! Werbefachleute würden bei dieser Idee vor Glück eine Flasche entkorken. Dabei hatte ein Feuerwehrmann aus ganz pragmatischen und nicht undramatischen Gründen den Einfall. "Das Hochwasser war schuld", erinnert sich Nachwuchsbetreuer Manfred Jungnickel. Das hatte nämlich die Landschaft so weit geflutet, dass auch ein Biberpärchen im nahen Colphuser See obdachlos wurde und dem Grabenlauf folgte. Dabei kamen sie am Feuerwehrgerätehaus vorbei, wo man die Tiere tagelang beobachten konnte. Manfred Jungnickel wohnt gleich nebenan. Wo sich überall die Katastrophe Bahn brach und ringsum die Grundstücke absoffen, hatte Kamerad Manfred noch Sinn für Naturbeobachtungen. Wenig später schoss es ihm durch den Kopf: "Mensch, Kinder. Wollt ihr euch nicht `Löschbiber` nennen!?" Die wollten natürlich, weil der Name lustig klingt und außerdem einen tieferen Sinn hat.

Jetzt treten sie dank mehrerer Sponsoren in einheitlicher "Dienstkleidung" auf. Dafür zeichnen Kerstin Cieszynski und Thomas Tränkler (WTIT Werbetechnik), Frank Sieweck (EMS) und Denis Krause (Web Werbeservice) verantwortlich. "Das stärkt die Motivation der Kinder, bei der Feuerwehr mitzumachen", sagt Betreuerin Andrea Pinkert. Die ehemalige Kindergärtnerin weiß außerdem, was dem Nachwuchs Spaß macht, was ihn bei der Stange hält. Der Erfolg gibt ihr Recht: Gegenwärtig zählt die Kinderfeuerwehr 16 Mitglieder. "Wenn da bei jedem Jahrgang später mal zwei hängen bleiben, wäre das sehr schön", lächelt Andrea Pinkert. Denn wie alle anderen Vereine auch, sind die freiwilligen Feuerwehren im Land nicht gerade mit üppigen Nachwuchszahlen gesegnet. "Wir bieten den Kindern auf spielerische Weise eine Grundausbildung im brandschutzgerechten Verhalten, in Erster Hilfe und im Umgang mit der Umwelt an", informiert Pinkert. Mit diesen Grundlagen können die Knirpse dann im Alter von 10 Jahren in die Jugendfeuerwehr übernommen werden.

Motivierend seien auch gemeinsame Ausflüge. So besuchten die Kinder kürzlich den Airport Leipzig/Halle, wo sie sogar bei einer Führung aufs Rollfeld durften.

 

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