Sylvio Gebser und Uwe Jopp sind seit Anfang November als Regionalbereichsbeamte (RBB) der Polizei in der Gemeinde Bördeland unterwegs. Beide Polizisten freuen sich auf diese neue Aufgabe und über den guten Draht zu den Leuten.

Bördeland l "Die Leute sind hungrig danach, die Polizei zu sehen", sagt Sylvio Gebser. Der Polizeioberkommissar meint das auch so - ganz ernst und völlig frei von jeder Ironie. "Ich habe anfangs selbst nicht gedacht, dass die Arbeit der Regionalbereichsbeamten so in den Orten angenommen wird."

"Ein hohes subjektives Sicherheitsbedürfnis."

Die ersten Tage in der Praxis aber haben den Beamten und seinen Kollegen Uwe Jopp, die beiden sind die neuen Regionalbereichsbeamten in Bördeland, das Gegenteil erfahren lassen. "Die Leute hier nehmen uns wahr und wir werden immer häufiger zu Ansprechpartnern", berichtet Uwe Jopp. Beide Polizisten können deshalb, nichts von Amts wegen, sondern ganz überzeugt hinter der Polizeireform mit der Konsequenz einer neuen Präsenz der Ordnungshüter in den Städten und Gemeinden stehen. Sylvio Gebser: "Ich denke, wir treffen auf ein hohes subjektives Sicherheitsbedürfnis der Bürger."

So neugierig, wie die Leute auf die Regionalbereichsbeamten sind, so gespannt haben Sylvio Gebser und Uwe Jopp auch ihren Dienst angetreten. Beide haben einen unterschiedlichen Werdegang bei der Polizei hinter sich. Der 52-jährige Sylvio Gebser war lange in der Aus- und Fortbildung tätig. Uwe Jopp, drei Jahre älter als sein Kollege, hat seit 1996 in verschiedenen Polizeistationen gearbeitet. Calbe und Barby waren dabei, aber auch Biere. Beide Polizisten leben in Bördeland, kennen die sieben Mitgliedsorte der Gemeinde gut.

Als die Reviere geeignete Beamte für die RBB-Stellen vorschlagen sollten und auch Gebser und Jopp vor Anfragen standen, stimmten sie sofort zu. "Hier kann man sich noch mal auf einer ganz neuen Stelle einbringen", begründet Uwe Jopp seine Entscheidung. Und Sylvio Gebser sagt, dass er gern unterwegs sein wollte, um unmittelbare Polizeiarbeit zu leisten.

Darüber, wie das funktionieren soll, gibt es Erlasse von den Behörden. Doch weil das Modell neu ist, sind die Regionalbereichsbeamten selbst gefordert, ihren Dienst lebendig zu gestalten, vielleicht auch immer ganz flexibel auf alle Belange zu reagieren. 40 Stunden haben sie in der Woche zu leisten, die werden so eingeteilt, dass die Männer in Uniform von Montag bis Sonntag wahrgenommen werden - bei der Streife, bei Veranstaltungen, bei den Menschen.

"Schaltstelle zwischen Leuten und Polizei."

Genau das ist es nämlich, was die Aufgabe der Regionalbereichsbeamten ausmacht. "Wir sind die Schaltstelle zwischen den Bedürfnissen der Leute und der Polizei." Dabei verstehen sich die beiden Polizisten nicht als "Aufseher". Vielmehr gehe es darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Hinweise aufzunehmen, da zu sein. Hinzu komme ein Aspekt, der bisher auch Teil der Arbeit der Ordnungshüter gewesen ist, der aber manchmal zu kurz kam, wie Gebser und Jopp übereinstimmend sagen: die Präventionsarbeit. "Wir werden uns mit Kindern, Jugendlichen oder auch mit Senioren treffen und regelmäßig Themen besprechen", nennt Sylvio Gebser ein Beispiel dieses weiten Feldes. Möglich ist das, weil die Regionalbereichsbeamten von den üblichen Aufgaben des Einsatzdienstes der Polizei ausgenommen sind, das hält den Rücken für andere Dinge frei. Dennoch haben sie alle Befugnisse eines Polizisten, wenn sie beispielsweise Straftaten oder Unfälle mitbekommen.

Sylvio Gebser und Uwe Jopp wissen, dass sie vor hohen Erwartung stehen. Die Polizisten empfinden das eher als Motivation, denn als Belastung. Sylvio Gebser. "Die Arbeit macht Spaß, die Menschen sind freundlich, mehr geht doch nicht."