Schönebeck l Geht es nach dem Jugend-, Frauen- und Sozialausschuss der Stadt, dann werden die Grundschulbezirke in Schönebeck vorerst nicht aufgehoben. Die Mitglieder haben am Mittwochabend die Informationsvorlage der Verwaltung beraten und, um das Ende vorab zu nennen: Sie haben mehrheitlich für den Wunsch der Verwaltung gestimmt, die Grundschulbezirke vorerst so zu belassen wie sie sind. Damit haben die Mitglieder des Ausschusses ihre Meinung kundgetan.

Grundlage für diese Entscheidung ist die vorangegangene Diskussion. Dabei haben Schulamtsleiterin Petra Pöschke und Gisela Schröder als stellvertretende Bürgermeisterin nochmals betont, dass der Öffnung der Grundschulbezirke der unterschiedliche Sanierungsstand entgegenspricht. Ein weiterer Grund sei, dass der Verwaltung die Planungssicherheit fehle. "Sie müssten die Verantwortung dafür tragen, wenn mit der Öffnng der Schulbezirke am Ende vielleicht eine Schule zu wenige Kinder hat und damit der Bestand gefährdet sei", appelliert Gisela Schröder an die Ausschussmitglieder.

Für Matthias Menzel (CDU) ist das kein Argument. "Die Erfahrung bei den Sekundarschulen Am Lerchenfeld und Maxim Gorki zeigen, dass es funktioniert", sagt er. Dem widerspricht Gisela Schröder. "Denn beide Sekundarschulen verfügen über einen gleichen Sanierungsstand", sagt sie.

Diesem Argument kann Ina Bühring (Linke) nicht folgen: "Die freien Träger handhaben das bei den Kindertagesstäten schon lange so." Auch an dieser Stelle finden die Stadtverwaltungsmitarbeiter ein Gegenargument. "Ich finde es immer schade, wenn Eltern in der Straße der Jugend einen freien Kita-Platz in Felgeleben beispielsweise finden", sagt Erdmute Köppe als zuständige Sachgebietsleiterin. Dadurch würden mehr Fahrwege für die Familien entstehen. Einen ähnlichen Effekt vermutet sie bei der Grundschulbezirksöffnung.

Des Weiteren informiert Gisela Schröder, dass die Verwaltung mit den Schulleitern gesprochen habe, "und die warnen davor, die Bezirke zu öffnen". Hintergrund sei hier auch der unterschiedliche Sanierungsstand.

Wie sich dieser darstellt, darüber hat einerseits die Verwaltung nicht informiert und andererseits keiner der Stadträte nachgefragt. Nur so viel steht fest: Die Stadtverwaltung hat die Sanierungen der Grundschule "Dr. Tolberg", Grundschule "Ludwig Scheider", Grundschule "Käthe Kollwitz" sowie der Kindertagesstätte "Gänsewinkel" und des Hortes Plötzky für das Landesförderprogramm Stark III angemeldet. Da mögliche Zusagen noch ausstehen, sind die Sanierungen im Investitionsplan der Stadt auf 2019 geschoben. Wenn Fördermittel vorher bewilligt werden, will die Stadt die nötigen Eigenmittel aufbringen. Dass aber alle Vorhaben mit Fördermitteln bedacht werden und die Stadt auch die Eigenmittel dafür zur Verfügung hat, das ist eher unwahrscheinlich. Man kann also davon ausgehen, dass die Grundschulen nicht vor 2019 auf den gleichen Sanierungsstand gebracht werden.

Insofern kann man auch getrost schlussfolgern, dass, sollten die Grundschulbezirke erst aufgehoben werden, wenn alle Bildungseinrichtungen den gleichen Sanierungsstand aufweisen, dieses Vorhaben nicht vor 2019 wieder auf die Tagesordnung kommt.

Zur Information: Die Stadt ist zuständig für sechs Grundschulen. Das sind die Grundschule "Karl Liebknecht", "Dr. Tolberg", "Am Lerchenfeld", "Käthe Kollwitz", Plötzky und "Ludwig Schneider". Des Weiteren können Mädchen und Jungen an den freien Schulen, der Waldschule in Elbenau und der Montessori-Schule, angemeldet werden.