Zwei Tage volles Haus: Die Chöre des Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums Schönebeck luden am Donnerstag und Freitag zu ihrem traditionellen Weihnachtskonzert ein. Mehr als 170 Sängerinnen und Sänger boten ein fast zweistündiges vorweihnachtliches Programm.

Schönebeck l Als der Leiter des Schönebecker Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums von den eigenen schulischen Organisatoren im Vorfeld gefragt wurde, mit wem er zum Weihnachtskonzert kommt, um die Plätze in der Kirche zu reservieren, sagte Dr. Ulrich Plaga: "Frau Plaga und ich." Und irgendein Witzbold nahm diese Auskunft wörtlich und druckte dies auf den A4-Zettel, so dass in der ersten Reihe zwei Sitze freigehalten wurden - für "Frau Plaga und ich".

Schulleiter Ulrich Plaga nahm es mit einem Lächeln. Denn wie stellte schon Hermann Hesse fest: "Aller Humor fängt damit an, dass man die eigene Person nicht mehr ernst nimmt." Dass sich Dr. Plaga am Ende aber trotz aller Heiterkeit auf seine beiden Chöre, die Instrumentalisten sowie die Leiterinnen Birgit Ihlo, Sixta Thiere und Susanne Visontay verlassen kann, macht es ihm einfacher. Die beiden Konzerte, die in jedem Jahr in der Vorweihnachtszeit präsentiert und von den Eltern sowie Sponsoren wohlwollend unterstützt werden, sind im Terminkalender der Stadt nicht mehr wegzudenken.

Denn es ist die stimmliche Qualität, mit der die kleinen und großen Schüler beeindrucken. Birgit Ihlo, die den Chor der Klassen 5 bis 7 leitet, und Sixta Thiere, sie leitet den Chor der Klassen 8 bis 12, haben in jedem Jahr mit zwei Problemen zu kämpfen: Zunächst entwickeln sich die Kinder zu jungen Erwachsenen und damit verändern sich auch ihre Stimmen. Außerdem verlassen nach der 12. Klasse immer wieder Sänger den Chor, so dass beide Musiklehrerinnen umstellen müssen. "Der Chor der Klasse 8 bis 12 musste in diesem Jahr den Abgang von gleich 25 Abiturienten ersetzen", berichtete Sixta Thiere im Gespräch mit der Volksstimme.

Doch vielleicht liegt gerade auch immer wieder in der Umstellung der vielen Stimmen die Herausforderung und ein jährlich wechselndes Klangbild. Sorgte Sixta Thiere sich anfangs um die Bässe des großes Chores, wurde sie während des Konzertes eines Besseren belehrt: So kräftig und stimmgewaltig waren die Sänger lange nicht.

Ein Glanzleistung legten nicht nur die Chöre hin, sondern auch die Instrumentalisten (alle Mitwirkenden Info-Kasten unten). Die Musiker, die von Susanne Visontay auf das Konzert vorbereitet wurden, besuchen in der Mehrheit die Kreismusikschule. Für Gänsehautgefühl in der St.-Jakobi-Kirche sorgten die beiden Sopranistinnen Anna Maria Richter und Eliza Rink, die "Maria durch ein Dornwald ging" vortrugen.

Alle 170 Mitwirkenden bereiteten sich Anfang November in einem einwöchigen Chorlager auf die Konzerte vor. Dass der Start in die Weihnachts-Proben-Saison verspätet erfolgte, ist darin begründet, weil die Schüler erst noch das Haus wechselten und sich zudem auf die feierliche Neuöffnung des Gymnasiums konzentrierten. Dieser Zeitverzug war nicht zu spüren. Vielleich trugen auch die eindringlichen Worte von Ihlo und Thiere nach der Generalprobe bei. Am Ende erlebten die vielen Zuhörer wieder ein Weihnachtskonzert des Gymnasiums, über das auch noch heute gesprochen wird.

   

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