Ihre diamantene Hochzeit feiern heute Helma und Albrecht "Abbi" Lorenz in Zens. Vor 60 Jahren haben sich die beiden in der Zenser Kirche das Ja-Wort gegeben. Gemeinsam sind sie durch Tiefen und Höhen gegangen.

Zens l "Man muss sich verstehen und kompromissbereit sein", sagt Helma Lorenz. Das ist das Rezept für eine gute und lange Ehe. Dass es funktioniert, dafür sind Helma und Albrecht Lorenz das beste Beispiel. Denn die beiden Zenser feiern heute ihre diamantene Hochzeit. Am 11. Dezember 1954 haben sie sich das Ja-Wort gegeben. Seither sind sie durch Tiefen und Höhen im Leben gemeinsam gegangen.

Die Liebe des Lorenz-Ehepaars ist noch so frisch wie vor mehr als 60 Jahren. So ist es für Albrecht Lorenz selbstverständlich, seine Frau zum Jubiläum zu beschenken. "Zur grünen Hochzeit, also dem ersten Hochzeitstag, hat er mir Nelken geschenkt", erinnert sich Helma Lorenz.

Heute hat sie wieder einen Blumenstrauß von ihrem Liebsten bekommen - natürlich wieder Nelken. Und weil 60 Jahre Ehe als diamantene Hochzeit gelten, gibt es noch eine Kette dazu, daran ein Anhänger - bestückt mit drei Diamanten.

"Wir sind beide in Zens geboren und aufgewachsen", erzählt der 80-Jährige. Beide kennen sich also von klein auf. Beim Tanz im Zenser Saal hat es dann gefunkt - Helma war 16 Jahre alt, Albrecht 17.

Vier Jahre später wurde Hochzeit gefeiert. "Es hat schrecklich doll geregnet", erinnert sich Helma Lorenz. "Wie Bindfäden", sagt sie.

Vor 60 Jahren sind sie mit der Kutsche von Zens nach Eickendorf zum Standesamt gefahren, von dort ging es nach Zens zuerst in die Kirche und dann in den Saal. "Dabei wollten wir in Zens zu Fuß gehen, doch der Regen zwang uns, den kurzen Weg von der Kirche zum Saal ebenso mit der Kutsche zu nehmen", berichtet Albrecht Lorenz.

Heute ist den Ehejubilaren das Wetter eher egal. Die große Familienfeier mit mehr als 30 Gästen findet nämlich am Wochenende statt. "Zum Glück haben unsere Kinder alle Arbeit, so dass wir wegen ihnen nicht unter der Woche feiern", sagt er.

Zur Familie gehören übrigens nicht nur die drei Kinder - eine Tochter und zwei Söhne - sondern inzwischen auch vier Enkel und zwei Urenkel. Fast alle leben hier in der Region.

Seiner Familie hat Albrecht Lorenz im Übrigen seinen Spitznamen "Abbi" zu verdanken. "Mein erster Neffe konnte noch nicht sprechen, deshalb wurde aus Albrecht bei ihm Abbi", berichtet er. Schnell habe sich dieser Kosenamen herumgesprochen, so dass der Zenser fast nur als "Abbi" bekannt ist.

"Abbi" ist in der Ortsfeuerwehr. Seit 1951 ist er hier Mitglied. Auch einen Schrebergarten hat das Ehepaar viele Jahre beackert, "Abbi" war zudem Vereinsvorsitzender. "Vor zwei Jahren mussten wir den Garten abgeben", sagt Helma Lorenz und fügt hinzu: "Mit einem weinenden und einem lächelnden Auge." Die Arbeit im Garten war dann doch zu viel für die 79-Jährige und den 80-Jährigen. "Aber ich habe noch ein paar Hühner auf dem Hof", sagt Albrecht Lorenz, "damit ich eine Beschäftigung habe."

Und kleinere Reisen gönnen sich die beiden gern. Obwohl die Fahrten sie nicht weit weg führen, freuen sie sich über jeden gemeinsamen Ausflug.