Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr wurde das flexible Ladekabel der Barbyer Gierfähre geklaut. So auch in der Nacht zum Dienstag. Der Schaden beträgt jedes Mal rund 500 Euro.

Barby/Ronney l Als Vorarbeiter Peter Thiel Dienstagmorgen gegen 4.45 Uhr seinen Arbeitsplatz betrat, bemerkte er den Schaden: Das 80 Meter lange Ladekabel der Fähre war verschwunden. Der oder die unbekannten Täter hatten es mit einem Seitenschneider abgetrennt. Jedenfalls auf der Fährseite, wo sich auch ein Halogen-Scheinwerfer befindet. Das andere Ende des Gummikabels mit dem fünfpoligen Kragenstecker brauchte nur aus der 400-Volt-Steckdose herausgezogen werden.

Es scheint, immer der selbe Dieb zu sein

Ort des Geschehens war der Fähr-Liegeplatz auf der ostelbischen Seite bei Ronney. Dort führt eine 4 Quadratmillimeter starke Drehstromleitung bis zur Fährstelle. In der Ruhezeit wird die Fähre über das an Stützen hängende Gummikabel mit Spannung versorgt, deren Ladegerät die beiden 24-Volt-Batterien auflädt. Sie dienen zum Betreiben zweier Elektrowinden, die die Fähre schräg in die Strömung stellen. Ohne sie kann das Gier-Prinzip nicht wirken. In Notfällen funktionieren die Winden auch per Hand, was aber sehr kräftezehrend und nicht für den Normalbetrieb ausgelegt ist.

"Vermutlich hat der Täter den Seitenschneider nach Mitternacht angesetzt", sagt Sabine Kaiser von der Stadtverwaltung Barby, die bei der Polizei Anzeige erstattete. Denn Dienstagmorgen waren die beiden Batterien voll geladen. Wäre die Stromzuleitung eher gekappt worden, hätte man es am mangelhaften Ladezustand gemerkt.

Laut Kaiser scheint es, immer der selbe Dieb zu sein, der hier sein Unwesen treibt. "Das Kabel wurde in diesem Jahr im Februar und im September schon mal geklaut", sagt die Fährverantwortliche der Stadt Barby. Die Ersatzbeschaffung plus Arbeitslohn der Fachfirma betrage jedes Mal rund 500 Euro. "Wir sind in der Haushaltskonsolidierung und müssen jeden Cent dreimal rum drehen", unterstreicht Sabine Kaiser. Da schmerzen solche Diebstähle besonders.

Die Fährleute gehen davon aus, dass der Täter vom Ostufer der Elbe stammt. Anderenfalls bräuchte er einen Kahn, um von der Barbyer Seite überzusetzen. "Außerdem ist auf unserer Seite viel zu viel Betrieb durch Kanuten und Anwohner", sagt Fährmann Rainer Haberkorn, der aus Barby stammt. Die Ronneyer Seite sei dagegen "sehr einsam". Haberkorn begeht 2015 sein 35-jähriges Fährjubiläum. Aber dass die elektrische Anlage derart oft lahm gelegt wurde, habe er in all den Jahren nicht erlebt.

Dass es sich um Buntmetall-Klau handelt, schließt Sabine Kaiser aus. Das Ladekabel ist "ziemlich dünn". "Man kann es aber als schöne, lange Kraftverlängerung nutzen", so die Verwaltungsmitarbeiterin.

Die Stadtverwaltung will sich jetzt "was einfallen lassen", wie Kaiser sagt. Soll heißen: Zukünftige Kabelklaus sollen erschwert beziehungsweise "dokumentierbar" sein. Mehr möchte Sabine Kaiser dazu nicht sagen, um es dem Täter "schwer zu machen", wenn er mal wieder die Lust verspüren sollte, 80 Meter Ladekabel zu klauen.

Hinweise nehmen die Polizei oder die Stadtverwaltung Barby entgegen (039298) 6720.

 

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