Schönebeck l "Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür." Diesen Text kennt nicht nur jedes Kind, sondern auch jeder Erwachsene. Immerhin waren alle einmal Kinder.

Aber was genau feiern wir eigentlich im Advent? Und woher kommt die Tradition?

"Advent heißt Ankunft", erklärt Matthias Porzelle, seines Zeichens Superintendent im Kirchenkreis Egeln, zu dem auch Schönebeck gehört. Verschiedene Quellen nennen das 4. oder 5. Jahrhundert als Ursprungszeit des Advents. In erster Linie wird auf das Kommen Gottes auf die Erde vorbereitet.

"Die Adventszeit ist eigentlich auch eine Fastenzeit", erklärt der evangelische Geistliche im Volksstimme-Gespräch. Früher dauerte diese Zeit sogar bis zu sechs Wochen und es wurde von der damaligen Kirche streng kontrolliert, ob man denn auch wirklich fastete. Heutzutage würden aber die wenigsten noch ernsthaft in den Wochen vor dem Feste fasten. "Fasten verbindet man dann doch eher mit den sieben Wochen vor Ostern", gibt Porzelle zu.

Erinnert man in der Passionszeit, also den Tagen vor Ostern, an das Leiden Jesu Christi, so wird am Heiligen Abend an die Geburt, also die Ankunft Gottes in der Welt gedacht. Darauf bereiten sich Christen in aller Welt vier Wochen lang (mancherorts, wie etwa im Erzbistum Mailand oder den Ostkirchen auch länger) vor. Zudem beginnt am Ersten Advent das neue Kirchenjahr.

"Für die meisten Menschen ist es aber nicht mehr der originale Sinn", gibt der Pfarrer zu bedenken. Nur noch in Teilen sei man bereit, wirklich zur Ruhe zu kommen, sich Gedanken zu machen und die besinnliche Zeit zu genießen. Eigentlich regiere der stressige Alltag den Menschen von heute. "Die Leute wissen es, doch leben das genaue Gegenteil", erklärt er weiter, "und kommen nicht zur Ruhe."

Neben dem Gedenken an die Geburt Jesu werden die Christen auch angehalten, sich auf das zweite Kommen Jesu am Ende aller Zeiten, also der Apokalypse, vorzubereiten. In der Bibel ist in der Offenbarung des Johannes vom Welten Ende und der Wiederkunft die Rede.

Auch die vier Adventssonntage bereiten direkt darauf vor, indem die Geschichten immer mehr auf das Kommen Jesu hindeuten und vorbereiten. Der letzte Sonntag steht schließlich unter dem Motto "Die nahende Freude". Einmal auf die Geburt, einmal auf die zweite Ankunft bedacht.