Schönebeck l Einen Seniorenbeirat hat Schönebeck schon. Analog dieses Gremiums soll nun auch ein Kinder- und Jugendbeirat geschaffen werden. Diesen Vorschlag unterbreitet die Stadtratsfraktion der SPD. Wenn der Stadtrat am Donnerstag tagt (siehe dazu links stehende Meldung), soll über diesen Antrag debattiert und wahrscheinlich auch entschieden werden. SPD-Fraktionschef Frank Schiwek will den Vorschlag dann erläutern.

In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses am 8. Dezember fand der Vorschlag eine Mehrheit. Vier Stadträte stimmten für einen Kinder- und Jugendbeirat, drei enthielten sich der Stimme, unter anderem weil sie Schiweks Ausführungen im Stadtrat abwarten wollen.

Das Thema ist bereits auch in anderen Fachausschüssen in den vergangenen Wochen diskutiert worden. In der Folge erklärte sich Schiwek zu einigen Änderungen bereit. Jetzt soll beschlossen werden, dass in dem Beirat ausschließlich interessierte Kinder und Jugendliche mitarbeiten, also keine Erwachsenen, wie anfangs vorgesehen. Zudem soll nicht mehr der Verein Rückenwind als Kooperationspartner mitwirken. Das war auf Kritik gestoßen. "Ich habe das schweren Herzens rausgenommen", räumte Schiwek ein. Schließlich sei der Verein seit vielen Jahren als anerkannter Träger der freien Jugendhilfe tätig.

Ein Rederecht im Stadtrat sollen die Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirates nicht erhalten. Vorgesehen ist, dass ein Vertreter aus dem Beirat als sachkundiger Einwohner im Sozialausschuss gehört werden kann.

Schüler des Carl-Hermann-Gaymnasiums haben bereits signalisiert, einen Jugendstadtrat zu organisieren. Das allerdings wäre eine einmalige Veranstaltung, entgegen den permanenten Sitzungen des Seniorenbeirates, stellte Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) im Hauptauschuss klar. "Beide Begrifflichkeiten dürfen nicht miteinander vermischt werden", sagte er.

Offen ist noch die Frage, ob der als sachkundiger Einwohner berufene Jugendliche nach der Entschädigungssatzung (Sitzungsgeld) vergütet wird. Frank Schiwek dazu: "Der Seniorenbeierat arbeitet ehrenamtlich ohne Entschädigung."

Friedrich Harwig (Fraktion Die Linke) begrüßte den Plan: "Wir stimmen dem Antrag vom Grundsatz her zu."