Schönebeck l "Mit einer Mischung aus Verwunderung, Empörung und Sorge nimmt die SPD-Fraktion im Schönebecker Stadtrat die neuesten Entwicklungen zur Thematik Reithalle zur Kenntnis." So heißt es in einer der Volksstimme vorliegenden Pressemitteilung der Stadtratsfraktion. Die SPD spricht darin von "Schildbürgerei" und von einer "Lügengeschichte". Der Hintergrund: Die Schönebecker Volksstimme hatte am Sonnabend in einem Beitrag auf die anhaltenden Unklarheiten bezüglich der Nutzung der Bruno-Bürgel-Halle in Bad Salzelmen hingewiesen.

Die Reiter des Schönebecker Sportclubs (SSC) bemühen sich seit Jahr und Tag um eine geeignete Trainingshalle für die Wintermonate. Der momentan verwendete Reitplatz an der Boeltzigstraße ist im Winter untauglich, der Wunsch nach der Nutzung der Bruno-Bürgel-Halle in Bad Salzelmen wurde von der Stadtverwaltung jedoch bis dato negativ beschieden.

"Schildbürgerei"

Das Problem: Die Halle befindet sich auf einem anderweitig verplanten Areal des Kurparks und soll eigentlich abgerissen werden. Aber: Das Geld dafür fehlt. Auf eine Zwischennutzung konnten sich Verein und Stadt bislang in mehreren Versuchen nicht einigen. Einer der Kritikpunkte der SPD-Fraktion um den Vorsitzenden Frank Schiwek bezieht sich auf den Umgang der Stadtverwaltung mit der Sportförderung. In der Pressemitteilung wird darauf hingewiesen, dass sich der zuständige Fachausschuss für Kultur, Schule und Sport seit 2009 um die Sorgen und Nöte der Reiter kümmere.

Umso unverständlicher sei es, dass realistische und sachliche Lösungen immer wieder an der "Ablehnung des Projektes durch die Stadtverwaltung" gescheitert seien. Die Gründe dafür, blieben weitestgehend "im Dunkeln", so die Schönebecker Sozialdemokraten. "Fadenscheinig" sei die Ablehnung aufgrund statischer Probleme in der Halle, wegen der zu geringen Deckenhöhe oder wegen eines von Oberbürgermeister Bert Knoblauch in Aussicht gestellten Wohnungsbauvorhabens. Zudem habe das Zugeständnis an den Solepark, die Halle als Lager nutzen zu dürfen, eine Freigabe unmöglich gemacht.

Halle ein "Trugbild"

Alles in allem seien die Ausschussmitglieder mit diesen Begründungen lediglich "abgespeist" worden. Das nächste "Haar in der Suppe" habe der Stadtrat auch schon wieder gefunden, kritisiert die SPD in ihrer Pressemitteilung. Der Umgang mit der seit mehreren Jahrzehnten an dieser Stelle befindlichen Bruno-Bürgel-Halle gleiche, so heißt es abschließend, einem Trugbild: "Daher fordern wir die Stadtverwaltung auf, Verhandlungen mit dem SSC aufzunehmen und sowohl das Problem der Abteilung Reiten, als auch der städtebaulichen Gestaltung des Kurparkeingangsbereiches endlich einer einvernehmlichen Lösung zuzuführen." Beide Seiten könnten davon profitieren, so die SPD.

"Die Reiterinnen und Reiter bekommen ansprechende Trainingsbedingungen, der Kurparkbereich erhält wieder ein ansehnliches Erscheinungsbild und vor allem wahren Stadtrat und Stadtverwaltung ihr Gesicht vor den engagierten Bürgerinnen und Bürgern."