Festlich und üppig - so ist bei den meisten Familien zu Weihnachten der Tisch gedeckt. An Bedürftige, denen das so nicht möglich ist, hat der soziale Treff "Suppe Seele" gedacht. Das Team hat am Heiligabend zum 3-Gänge-Menü im schicken Ambiente eingeladen.

Schönebeck l Gewusel am Vormittag des Heiligabends im Haus Böttcherstraße 30 in Schönebeck. Zum Mittag werden 30 Familien und 20 Syrier erwartet. Viele fleißige Helfer wissen, was zu tun ist. Denn: Wenn die Gäste in der Tür stehen, sollen sie sich an einen festlich gedeckten Tisch setzen und ein 3-Gänge-Menü - finanziert über Spenden - genießen können. Dafür geben alle gern ihre Zeit, meist ehrenamtlich. Die Chefkoch-Mütze für das, was auf den Tisch kommt, hat Marko Eckebrecht auf: Tomatencremesuppe aus frischen und passierten Tomaten mit Wurzelgemüse, Zwiebeln, dazu eine Kräutersahnesoße - Gänsebrust mit Grünkohl und Salzkartoffeln, "die Soße ist das Interessante daran", verrät er: Gänsebrustknochen auslösen und anbraten, Wurzelgemüse und Tomatenmark dazu, mit Fleischbrühe ablöschen und 14 Stunden kochen - Himmlische Joghurtcreme.

Doch warum stellen sich Menschen ehrenamtlich und damit freiwillig an Heiligabend für Bedürftige in die Küche? Angelika Biermann (60) muss nicht lange überlegen: "Ich war vier, fünf Jahre als Gast hier. Dann habe ich die Seiten gewechselt und engagiere mich nun ehrenamtlich, als Dankeschön. Ich finde es toll, wie Monique Krause das hier alles leitet, immer herzlich und freundlich." Auch David Knauer (24) steht in der Küche: "Weil ich den Bedürftigen gern helfen will. Meine Mutti hilft hier mit, sie ist mein Vorbild." Eine Unterstützerin von "Suppe Seele" der ersten Stunde und selbstverständlich auch am Heiligabend mit vor Ort ist Ute Eigl (58). "Daheim habe ich alles so organisiert, dass ich heute hier mit helfen kann. Hier wird jede Hand gebraucht. Es ist schön, wenn wir den Bedürftigen ein Essen wie im schicken Restaurant servieren können."

Chefkoch Marko Eckebrecht (39) hat einst als Ein-Euro-Jobber im sozialen Treff angefangen, war dann ehrenamtlich hier und ist nun Minijobber. Was ihn an dieser Arbeit reizt? "Das komplette Team, das ist Weltklasse, so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gehabt, diesen Zusammenhalt", sagt der Schönebecker. Der gelernte Koch war acht Jahre arbeitslos und dankbar, dass Geschäftsführerin Monique Krause ihm eine Chance gab, sich zu verwirklichen. Sie wiederum gibt das Dankeschön gern zurück - an alle ehrenamtlichen Helfer und Unterstützer "für ihre kostbare und bedingungslose Hilfe".

   

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