Groß Rosenburgs Freiwillige Feuerwehr zeichnet sich durch eine Besonderheit aus: Sie ist die einzige aller rund 100 Wehren im Kreis, die ihre Jahreshauptversammlung vor Weihnachten durchführt.

GroßRosenburg l "Leider hat sich bis heute kein aktives Mitglied aus der Feuerwehr Rosenburg bei mir gemeldet, das sich für die Funktion des stellvertretenen Wehrleiters interessiert. Die Kameradin Jurzig hat diese Funktion eigentlich nur übergangsweise übernommen", begann Ortswehrleiter Christoph Jäger seinen Rechenschaftsbericht. Damit meinte er die Funktion seiner Stellvertreterin Janine Jurzig, die in Schönebeck wohnt. Sie war wie auch Christoph Jäger vor einem Jahr gewählt worden.

2014 hatte die Freiwillige Feuerwehr Groß Rosenburg zwölf Einsätze zu bewältigen. Davon waren sechs Brandeinsätze sowie ebensoviele Hilfeleistungseinsätze.

"Am 19. Januar wurden wir zu einen Gasaustritt im Wohnblock Fabrikstraße gerufen. Hier konnten die neu beschafften Gasmessgeräte ihren ersten Einsatz verbuchen", erinnerte sich der Wehrleiter. Damals hatte vermutlich jemand seine Gasflasche im Keller samt Heizer ausprobiert, wodurch der Gasgeruch entstand.

Am 16. April kam es auf dem Ziegeleigelände im ehemaligen Jugendklub zu einem Mittelbrand. Dieser war schnell unter Kontrolle. Die neue Wärmebildkamera konnte dort zeigen, was sie kann.

Brenner gegen Unkraut

Ein weiterer Einsatz drehte sich um das mutwillig abgefackelte Osterfeuer. Am 24. Juni entstand in der Mittelstraße in Klein Rosenburg durch unsachgemäße Unkrautbekämpfung ein Kleinbrand einer Gartenhecke. "Ein Dachdeckerbrenner ist wohl nicht das richtige Werkzeug", kommentierte Jäger.

Anfang Juni verklemmte sich an der Ankerboje der Fähre Breitenhagen Schwemmholz, Mitte Juli kam es zu einem Mähdrescherbrand. "Leider hat es mit der Alarmierung damals weniger gut geklappt. Das lag nicht an unserer Leitstelle, sondern an der Polizei. Dieser musste erst mehrfach erklärt werden wo, wie und was brennt", sagte Christoph Jäger. Wenige Tage später brannte schon wieder ein Mähdrescher. Die Maschine im Wert von 45000 Euro erlitt einen Totalschaden.

Anfang August brannte erneut eine Großmaschine im Nachbarlandkreis. "Auch hier mussten wir feststellen, dass, wenn die moderne Technik erst einmal Feuer gefangen hat, jede Hilfe zu spät kommt", stellte der Wehrleiter fest.

Zu einer Personenrettung mit Tragehilfe kam es am 7. August in Groß Rosenburg. Ein Dachdecker war aus etwa drei Metern Höhe durch ein Wellasbestdach gestürzt und verletzte sich dabei.

Ein spektakulärer Einsatz fand am 20. September am Bahnhof Sachsendorf statt. Dort mussten 164 Personen über Treppen aus einem defekten IC-Zug geholt werden.

Dauerbrenner Grabenpflege

"Nach Durchsicht der letzten Rechenschaftsberichte musste ich feststellen, dass ein Thema immer wieder angesprochen wird: Drängewasser und Grabenpflege", sagte Jäger. Leider habe sich bisher nicht viel getan. "Ich frage mich, wann die Stadt Barby als Auftraggeber endlich etwas unternimmt. Im Falle eines erneuten Drängewasseranfalls hat die Stadt wieder zusätzliche Kosten zu bestreiten." Er forderte die Verwaltung dazu auf, "endlich aktiv zu werden".

Auch den von Wildschweinen zerwühlten Elbdeich bei Lödderitz sprach Ortswehrleiter Jäger während der Jahreshauptversammlung an. "Es kann nicht sein, dass vom LHW argumentiert wird, das bei einem normalen Hochwasser nichts passieren kann. Was ist ein normales Hochwasser? Nach letzten Informationen soll bis 6,90 Meter Pegel Barby keine Gefahr bestehen. Das halte ich für bedenklich", sagte er. Er bat die Stadtverwaltung in ihrer Eigenschaft als Gefahrenabwehrbehörde Druck zu machen.

Vorgestellt wurde der neue Logistik-Gerätewagen, der neuester Stolz der Rosenburger Wehr ist. Es ist das erste Fahrzeug dieser Art im Salzlandkreis. Die Finanzierung des rund 200000 Euro teuren Lkw stellt sich wie folgt dar: Investitionshilfe, Rücklage Feuerwehr und Spendengelder.

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