Schönebeck l Ein rote Kutte, ein langer, weißer Bart, schwarze, hohe Stiefel und eine dünne Brille auf der Nase. Diese Beschreibung passt eigentlich nur auf eine Person, die nahezu jedes Kind kennt: der Weihnachtsmann. In diese Rolle schlüpfte der 48-jährige Thomas Augustin.

Zum sechsten Mal verteilte er am Heiligabend auf der Kinderstation des Schönebecker Ameos-Klinikums Geschenke an die Kinder, die diesen Tag nicht Zuhause verbringen konnten. Verblüfft und skeptisch zugleich beäugten Kinderaugen den verkleideten Mann, der mit Sack, Rute und tiefer Stimme in die Patientenzimmer trat.

Thomas Augustin ist auf der Kinderstation ehrenamtlich und gern zu Besuch. Die kleinen Mitbringsel zahlt der Weihnachtshelfer aus eigener Tasche, dazu gibt es für die jungen Patienten noch ein Geschenk vom Klinikum. Das Team der Kinderstation freut sich jedes Jahr auf den Besuch von Augustin, das Verhältnis ist sehr freundschaftlich. "Man kennt sich mittlerweile", sagt er in seinen weißen Bart.

Viele Emotionen

Thomas Augustin ist mit Herz und Seele dabei. "Die Kinder, die gerade diese Zeit im Krankenhaus verbringen müssen, haben es wirklich nicht leicht. Ihnen mit dem Besuch des Weihnachtsmanns eine Freude zu machen, das ist das Tolle. Aber auch die Arbeit mit den Kindern an sich", sagte der 48-Jährige. Dabei hat es der Mantelträger nicht immer leicht, denn auch kleine oder große Schicksale bleiben hier nicht verborgen. So gab es neben aller Freude auch emotionale Situationen, in denen er sich die eine oder andere Träne aus dem Gesicht wischen musste. "Auf dieser Station lag mal ein Kind, dass nicht gehen konnte, aber voller Elan steckte und begeistert Weihnachtslieder sang", erzählte Augustin.