Trotz miesen Nieselwetters war die Beteiligung am Silvesterlauf 2014 am Mittwoch gut. Es siegte beim Großen Lauf ein Starter aus Amerika.

Schönebeck l "Ich lebe." "Wo gib`s Bier?" "Papa ist da, Hurra!" Sätze wie diese waren am Mittwoch zu hören beim Zieleinlauf im Kurpark. Der Schönebecker Sportclub (SSC) hatte zum Silvesterlauf 2014 eingeladen, und trotz des nasskalten Wetters war die Resonanz gut. Da keine Startnummern ausgegeben werden, kann die Zahl der Teilnehmer nicht konkret benannt werden, aber der Kurpark ist gut gefüllt mit kleinen und großen Läufern und Freunden und Angehörigen, die sie anfeuern.

Bereits um 9.15 Uhr startet der Bambinilauf rund um den Tennisplatz. Startzeit für den Kleinen Lauf (rund um Gradierwerk und Spielplatz) sowie den Großen Lauf über 5,5 Kilometer bis zum Bierer Berg und zurück ist zeitgleich um 9.45 Uhr. Zuvor heißt es "warm machen". An den von der Bühne vorgegebenen gymnastischen Übungen beteiligen sich Marlene und Josef Schramm. "Solange wir es gesundheitlich können, machen wir hier mit", versichert die 71-Jährige und verweist nicht ohne Stolz auf ihren Ehemann: "Er ist 83." Sport hält eben fit und gesund.

"Der wievielte Silvesterlauf ist das eigentlich", fragt der ehemalige Baudezernent und leidenschaftliche Langstreckenläufer Martin Hennig den Volksstimme-Mann. Der weiß das auch nicht, will aber gerne im Archiv nachsehen.

Hans Weber von der Abteilung Leichtathletik des SSC präsentiert voller Freude eine Transponder-Zeitmessanlage. "Wir haben sie über einen befreundeten Verein kostengünstig erstehen können und testen sie heute", sagt Weber. Dazu befestigen SSC-Läufer je einen Clip am Schnürsenkel. So kann auf die Millisekunde genau gemessen werden, wann ein Läufer die Startlinie passiert und wann die Ziellinie. Hans Weber findet es wichtig, beim nächsten Drei-Brücken-Lauf den Startern genaue Laufzeiten mitteilen zu können. "Ich rechne mit einer weiter steigenden Teilnehmerzahl", blickt er schon einmal voraus.

Nach den Startschüssen dauert es nicht lange und die Ersten kommen ins Ziel, allerdings erst einmal beim Kleinen Lauf. Doch sage und schreibe vergehen gerade einmal 20,27 Minuten und mit Walter Biner steht der Sieger des Silvesterlaufes 2014 beim Großen Lauf fest. Er lebt, wie SSC-Chef Frank Wedekind mitteilt, in Amerika.

Nicht ganz so schnell ist die 17-jährige Gina. Sie ist Sportlerin, konnte aber nach einem Unfall lange nicht trainieren, wie sie sagt. Der Silvesterlauf markiert für sie den Wiederienstieg in den Sport.

Die Stoppuhr zeigt 49,30 Minuten, als Julia, Laura und Teodora Hand in Hand die Ziellinie passieren. Sie bilden die absolute Nachhut. Erschöpft, glücklich lächelnd. Na, das nächste Mal wieder? "Neeeinn", ertönt es zeitgleich aus drei Mündern.

Vielleicht weiß ja Frank Wedekind, der wievielte Silvesterlauf soeben mit dem Verlosen der gesponserten Geschenke an die Läufer zu Ende geht? "Den ersten Lauf gab es 1974. Das hat mir jemand gesagt, der es wissen muss", sagt Wedekind.

   

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