Sie heißen "Black Jack", "Purple Prince" oder "Honeymoon". Im Industriepark West hat gestern der Tulpina Hofladen eröffnet. Angeboten werden zehn Tulpensorten, mit oder ohne Zwiebeln unten dran. Sie stammen aus Holland, sind aber in Schönebeck gezogen worden. In Deutschland dürfte dieses Angebot einmalig sein.

Schönebeck l "Nach grüner Farb mein Herz verlangt" - so heißt es in einem alten deutschen Volkslied. In Schönebeck gibt es seit gestern einen Ort, an dem es nicht nur grünt, sondern auch mehrfarbig blüht. Die Unternehmerin Simone Zuck hat eine deutschlandweit wohl einmalige Idee Wirklichkeit werden lassen. In der Wilhelm-Dümling-Straße 37, also im Industriepark West (direkt an der alten B 246a), bietet sie gemeinsam mit ihrem Team seit Freitag holländische Tulpen an. Die Pflanzenzwiebeln stammen aus dem Land der Windmühlen und Holzschuhe, gezogen worden sind sie aber in Schönebeck. Und das geht so:

"Die Zwiebeln kamen im Oktober bei uns in die Kühlung. Auf diese Weise wird ihnen der Winter vorgespielt. Sie lagern bei fünf Grad Celsius. Nach etwa drei Wochen haben wir sie rausgeholt und aufgeweckt. Die Tulpen wachsen dann", erläutert Simone Zuck.

Ihre Geschäftsidee orientiert sich an einer Tradition, die in den Niederlanden gang und gäbe ist. Dort stellen sich die Menschen alljährlich Anfang Januar mit ein paar Tulpen den Frühling ins Wohnzimmer. Sagt Simone Zuck. Sie muss es wissen. Ihr Lebensgefährte Christiaan Seegers ist Holländer. Gemeinsam ist das Paar auf den Gedanken gekommen, auch in der Schönebecker Region den Frühling mitten im Winter in Form von blühenden Tulpen unter die Menschen zu bringen. Ein holländischer Unternehmer stand mit Rat und Tat zur Seite. Ein gut erhaltenes und nicht mehr benötigtes Gewächshaus konnte kostengünstig von einer Hildesheimer Familie erworben werden.

"Anfangs war ich mir sehr unsicher, ob das funktioniert und angenommen wird", gesteht Simone Zuck gegenüber der Volksstimme. Diese Sorge dürfte sie nun nicht mehr haben. Bereits vor der Eröffnung gab es eine allgemein große Resonanz und Freitag ist der Hofladen voll mit interessierten Leuten. Viele kommen, um einen Strauß zu erstehen, andere finden sich ein, um zu gratulieren, gehen dann aber doch nicht ohne eine Handvoll der blühenden Pracht, wie etwa Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU), der seiner Ehefrau Tulpen mitbringt. An Simone Zuck gewandt würdigt er: "Ich bewundere Ihren Unternehmergeist. Ich bin froh, dass wir ein solches Angebot hier haben. Das bringt Farbe ins Spiel." Es wäre sehr begrüßenswert, so das Stadtoberhaupt weiter, wenn der Zuck´sche Untermehmergeist Schule macht, sprich: Neue und frische Ideen würden das wirtschaftliche Spektrum in Schönebeck zum allgemeinen Wohl erweitern.

Hinter der Tulpenzucht steckt viel Handarbeit. Um sie zu leisten, sind drei Arbeitsplätze geschaffen worden. Gestern hatten die Mitarbeiter des Tulpina Hofladens, so der offizielle Name, fraglos alle Hände voll zu tun, um den Kundenwünschen gerecht zu werden. "Wir bieten sowohl Schnittblumen als auch Tulpen mit Zwiebeln an, die halten sich dann natürlich länger", erklärt Ines Bartels.

Geöffnet hat der Hofladen von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr und sonnabends von 10 bis 13 Uhr. Am 15. Januar soll zudem eine Filiale in den Schloss-Arkaden in Braunschweig eröffnen, damit wird der Schönebecker Tulpen-Frühling auch nach Niedersachsen gebracht.

Zur Eröffnung sorgt die Schönebecker Agentur "modus vivendi" für das musikalische Rahmenprogramm. Jens Kurth hat dazu den Helmstedter Solosaxophonisten Absalom engagiert. Der Musiker findet den Termin höchst angenehm. "Ich freue mich über die lächelnden Gesichter der Leute, wenn sie reinkommen, die Blumen sehen und meine Musik hören", sagt er - selbst lächelnd.

Und was sind denn eigentlich die Lieblingsblumen der Chefin? "Tulpen. Das ist tatsächlich so", versichert Simone Zuck.

 

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