Die Tagespflege wird ab diesem Jahr lukrativer. Hintergrund ist das Pflegestärkungsgesetz. Kosten für die Tagespflege können so von der Pflegekasse bis zu 100 Prozent übernommen werden. Darauf verweist Annett Lazay vom Diakonieverein Heimverbund Burghof Schönebeck.

Schönebeck (ok) l Viele Familien brauchen Entlastung in der meist sehr zeit-und kraftaufwendigen Pflege und Betreuung ihrer Angehörigen. Seit Jahren gibt es dafür das Angebot der Tagespflege - zum Beispiel im Diakonieverein Heimverbund Burghof in Schönebeck. Dort geschieht, was der Name sagt: Am Tage werden die Pflegebedürftigen in den speziell auf die Altersbedürfnisse eingerichteten Tagespflegeräumlichkeiten liebevoll betreut und damit die Angehörigen in dieser Zeit entlastet. Am Abend kehren sie dann in ihre Wohnungen zurück. Der Fahrdienst organisiert den Transport von und nach Hause.

"Problematisch blieb die Kostenaufteilung", sagt Burghof-Vorsteherin Annett Lazay. Bisher wurden die Kosten für einen Tagespflegegast häufig nur anteilig von der Pflegekasse erstattet. Der Tagespflegegast oder die Angehörigen mussten also noch einen Betrag selbst dazuzahlen. Die Frage "Wie viel Tage in der Woche können wir uns einen Tagespflegeplatz leisten?" führte zur verständlichen Vorsicht bei den Angehörigen. Das wird sich ab diesem Jahr nun ändern.

Wie Annett Lazay gegenüber der Volksstimme mitteilte, fördert der Gesetzgeber durch das 1. Pflegestärkungsgesetz seit 1. Januar 2015 noch mehr die Inanspruchnahme der Tagespflege für pflegebedürftige Menschen.

"Was bisher nur anteilig übernommen wurde, erstattet die Pflegekasse nun bis zu 100 Prozent der Kosten für einen Tagespflegegast", erklärt die Vorsteherin. So können Betroffene ihren pflegebe- dürftigen Angehörigen ohne finanzielle Zusatzbelastung täglich die Gemeinschaft in der Tagespflege ermöglichen und sich selber mal eine Auszeit gönnen.

Im Haus Theresa der ambulanten Pflegedienst gGmbH auf dem Burghof-Gelände der Elbestadt erleben die Tagespflegegäste jeden Tag etwas Besonderes.

Jeden Tag sind Menschen in der Gemeinschaft

Erst kürzlich gab es eine gemütliche Kaffeerunde, musikalisch umrahmt durch einen Teil des Viktoria-Chors der Stadt. Ein weiterer Höhepunktwar die Aufführung durch die Theatergruppe "Lampenfieber". Diese Laienspielgruppe besteht aus Bewohner vom Haus Christophorus und Kindern der Tagesgruppe des Burghofes. Sie erzählten die Geschichte vom kleinen Engel, der sich bei einer Familie aufwärmte, ehe er seinen Rückflug in den Himmel antrat. Mit dieser Feier war die Vorfreude auf Weihnachten jedoch nicht vorbei. Auch in den folgenden Tagen wurden Weihnachtslieder gesungen, gebastelt, gelesen oder einfach nur Geschichten erzählt.

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