Am Freitagabend ging ein Keller in einem fünfstöckigen Plattenbau in der Großen Mühlenbreite 36 in Flammen auf. Die Freiwillige Feuerwehr evakuierte 14 Bewohner mit der Drehleiter. Personen kamen nicht zu Schaden. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Brandstiftung.

Calbe l Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr waren bereits am Freitagnachmittag im Einsatz, um die Schäden des vorüberziehenden Sturmtiefs zu beseitigen. So räumten sie zerstörte Bäume von der Barbyer Straße, von der Ringstraße im Industriepark Calbe und vom Gelände des West-Bahnhofs. Im Anschluss folgte der reguläre Dienst im Feuerwehrdepot in der Arnstedtstraße.

Dieses Tagespensum hätte den Ehrenamtlichen wohl gereicht. Doch an einen Feierabend war nicht zu denken. Gegen 21.45 Uhr wurden sie zum Kellerbrand in der Großen Mühlenbreite alarmiert. Mit ihrer gesamten Fahrzeugtechnik rückten 25 Calbenser Kameraden im Wohngebiet an.

Auch die Schwarzer Ortswehr musste mit zwölf zusätzlichen Kameraden und zwei Fahrzeugen nachalarmiert werden. Sofort gingen sechs Blauröcke unter Atemschutz in den Keller, der in voller Ausdehnung brannte. Enorme Hitze- und Rauchentwicklung machten den Einsatz gefährlich.

Mächtige Rauchschwaden zogen nach oben, so dass Ortswehrleiter Uwe Wirth die Evakuierung einiger Bewohner der oberen Etagen über das Treppenhaus als zu gefährlich einstufte. Sie verließen bei Flutlicht ihre Wohnungen über den Korb der Drehleiter. Personen wurden nicht verletzt.

Dagegen wurde der Keller im Erdgeschoss durch das Feuer stark beschädigt. Bernd Pohl, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Einheit Calbe (WEC) war noch am Abend vor Ort, um sich persönlich ein Bild von der Zerstörung zu machen.

Vor dreieinhalb Wochen brannte es an selber Stelle

Die Regenentwässerung des Hauses läuft in einem Schacht im Gebäudeinneren hinunter zum Keller. "Dort schmorten neben einigen Elektrizitäts- und Fernsehleitungen auch diese Rohre und Regenwasser flutete den Keller", sagt Pohl gegenüber der Volksstimme. Welcher finanzielle Schaden der WEC genau entstanden ist, könne noch nicht genau beziffert werden. Pohl schätzt ihn auf mindestens 25 000 Euro.

Die Bewohner konnten mit einem Schrecken und mit starkem Brandgeruch in ihre Wohnungen zurückkehren. Auch heute müssen sie Wohnungen und Treppenhaus noch kräftig lüften.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Es wird von Brandstiftung ausgegangen. Besonders brisant: Erst vor dreieinhalb Wochen brannte es schon einmal im selben Keller. "Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich der Versicherung erzählen soll", sagt Pohl, der auch in der Kleinen Mühlenbreite Kellerbrände zu beklagen hatte. Er will sich nun mit der Polizei in Verbindung setzen und mögliche Schutzmaßnahmen ausloten.

Unterdessen regt sich wegen des Wiederauflebens einer Brandserie der Unmut innerhalb der Bevölkerung. Im Sozialen Netzwerk facebook fordern unzählige Calbenser, den vermeintlichen Serienbrandstifter der Saalestadt, den sie auch für diesen Brand verantwortlich machen, endlich das Handwerk zu legen.

Bis jetzt prüft die Staatsanwaltschaft Magdeburg über 40 Beweismittel der Polizei, die wegen einer langen Brandserie in der Saalestadt gegen zwei junge Männer aus Calbe vorliegen. Bislang allerdings ohne Ergebnis.