Zu einer von der Stadt Schönebeck organisierten Bürgerversammlung sind am Dienstagabend in Elbenau zahlreiche Bürger erschienen. Es entspann sich ein reger Austausch, allerdings blieben auch Fragen offen. Eingeladen waren Einwohner aus den Ortsteilen Elbenau und Grünewalde.

Schönebeck l Die Themen Hochwasserschutz und Radweg zwischen Grünewalde und Elbenau waren bei der Bürgerversammlung am Dienstagabend in Elbenau die Dauerbrenner. Eingeladen zu diesem Treffen hatte die Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) brachte seine beiden Dezernenten Joachim Schulke (Ordnung, Kultur) und Guido Schmidt (Städtebau) mit. Und der Saal in Gärtners Bistro und Café war voll.

Hinsichtlich des Hochwasserschutzes kam Knoblauch quasi mit leeren Händen, was ihm aber nicht angekreidet werden kann. Genaue Termine, wann denn nun die vom Land Sachsen-Anhalt für dieses Jahr zugesagte Ertüchtigung des maroden Grünewalder Deiches von der Brücke bis zum Apfelwerder beginnen wird, konnte er nicht nennen. Verantwortlich ist das Land, sprich der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW). Nach Knoblauchs Worten bemühe sich seine Verwaltung seit Monaten um ein Gespräch mit der LHW-Leitung, lange vergeblich. Jetzt konnte für den 24. Februar ein Treffen mit LHW-Direktor Burkhard Henning anberaumt werden, im Schönebecker Rathaus. "Wir hoffen, dann Weiteres zu erfahren", sagte Knoblauch.

Teilnehmer der Bürgerversammlung äußerten ihr Unverständnis über die unzureichende Kommunikation zwischen der Kommune und dem Landesbetrieb (bereits während einer Fachveranstaltung am 7. Januar bei Weltrad hatte Knoblauch öffentlich darauf hingewiesen, dass er sich eine intensivere Zusammenarbeit mit dem LHW wünsche). Hinsichtlich des Hochwasserschutzes ist übrigens auch vorgesehen, die Umflut, beziehungsweise die Alte Elbe von Bewuchs zu befreien. Nur wann, ist auch hier unklar.

"Unsere Idee ist es, den Weg frei zu schneiden."

In punkto Radweg ließ der Oberbürgermeister wissen, dass der zuständige Salzlandkreis (die Straße zwischen Grünewalde und Elbenau ist die Kreisstraße 1296) den arg in Mitleidenschaft gezogenen Weg, der unmittelbar neben der Straße verläuft, nicht sanieren wird. Das sei nicht geplant. Aus Kostengründen. Da das Thema jedoch seit vielen Jahren brisant ist und immer wieder angesprochen wird, sucht Knoblauch nach einer Lösung. "Unsere Idee ist es, den Weg frei zu schneiden und abzuschottern. Das könnte durch den Bauhof erledigt werden."

Eine derartige Herangehensweise ist schon einmal praktiziert worden, allerdings nicht durch die Stadt Schönebeck. Bauhof-Chef Werner Herrler ließ nach der Versammlung auf Anfrage der Volksstimme wissen: "Wenn wir diesen Auftrag erhalten sollten, könnten wir das technisch auf jeden Fall umsetzen."

Ob denn die Liesekuhle nach dem Vorbild der Großen Sorge in Pretzien entschlammt werden könne, wollte der Elbenauer Stadtrat Thoralf Winkler (Grüne) wissen. Knoblauch dazu: "Wir haben das nicht eingeplant." Die Kosten für die Entsorgung des Schlammes wären für die Stadtkasse "belastend". In Pretzien war es gelungen, Fördermittel umfänglich einzuwerben.

Der ebenfalls in Elbenau wohnende Stadtrat Holger Goldschmidt (FDP/Rettet die Altstadt) machte auf den sogenannten Kapweg (Feldweg) zwischen Elbenau und der B 246 a aufmerksam. Der sei zwar für den Autoverkehr nicht zugelassen, bilde aber im Flutfall eine wichtige Verbindung zur Außenwelt, sei dann eventuell ein Evakuierungsweg. "Wir sollten als Stadt dazu beitragen, dass dieser Weg nicht verrottet", sagte er. Ein für die Ortsteile fraglos wichtiger Fakt ist die Anbindung an eine schnelle Internetleitung (Breitband). Im Gegensatz zu Grünewalde verfüge Elbenau über Breitband. "Für Grünewalde müssen wir uns eine Sonderlösung einfallen lassen", verdeutlichte Knoblauch. Wie die aussehen soll, werde am 20. Januar im Stadtwerkehaus mit einer Machbarkeitsstudie vorgestellt.

Weitere Anfragen drehten sich um den im Herbst unzureichend gepflegten Friedhof (Laub), um Jugendliche, die beim Bolzen den Ball (freilich ungewollt) auf ein anliegendes Grundstück schießen, ihn dann zurückholen und dabei einfach den Zaun übersteigen. Es ging weiterhin um Schäden an Gehwegen (sie sollen beseitigt werden, ein grundhafter Ausbau erfolge hingegen nicht) und die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr (Vorschläge erbeten). Eine Siloanlage, so eine Bürgerin, habe in der Vergangenheit durch Emissionen verklebte Dachfenster verursacht. Dezernent Schulke bat darum, in solchen Fällen unverzüglich das Ordnungsamt zu informieren. Eine Anlagenverbesserung sei durch den Betreiber aber zugesagt worden.

Bürgerversammlungen soll es einmal im Jahr in jedem Stadtteil/Ortsteil und jeder Ortschaft geben. Die nächste ist Anfang Februar in Ranies vorgesehen, ein bestätigter Termin steht noch aus.