Calbe l Der Feuerteufel von Calbe erhöht die Schlagzahl und verursacht in der Großen Mühlenbreite die vierte Brandstiftung innerhalb nur eines Monats in der Großen Mühlenbreite. Am Donnerstagabend kurz vor 20 Uhr schrillten die Pieper der Kameraden der freiwilligen Feuerwehr. Der Einsatzort war den 25 Blauröcken leidlich bekannt: Wieder brannte eine leer stehende Laube in der Kleingartenanlage "Wochenend" in der Großen Mühlenbreite. Der genaue Brandort überraschte dann selbst Ortswehrleiter Uwe Wirth: "Die hölzerne Rückwand stand in Flammen und grenzt an die Laube, die am 22. Dezember brannte."

Nach Auskunft der Polizei war das Feuer offenbar an der Rückwand des leer stehenden Gebäudes ausgebrochen und hatte sich bereits ins Innere durchgebrannt. Die Kameraden konnten den Brand inmitten der Anlage schnell löschen und ein weiteres Ausbreiten der Flammen auf bewohnte Nachbarparzellen verhindern. Personen kamen nicht zu Schaden. Gestern übernahm die Spurensicherung die Ermittlungen zur genauen Brandursache. Die Ergebnisse dazu liegen noch nicht vor. Die Einsatzkräfte hingegen gehen auch in diesem Fall von Brandstiftung aus.

Die Bevölkerung - vor allem im Gebiet der Großen Mühlenbreite - ist äußerst wachsam. Bereits in den frühen Morgenstunden des Donnerstags bemerkte ein Anwohner in der Bahnhofsstraße einen Feuerschein, zögerte nich lange und alarmierte gegen 4.50 Uhr die Einsatzkräfte. Nachdem die Bereitschaft der Feuerwehr mit dem Löschfahrzeug vor Ort war, stellte sich heraus, dass eine Gruppe Feiernder dort ein Lagerfeuer abhielt.

Unterdessen hat Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten gegenüber der Volksstimme erklärt, dass es bei den mehr als 40 "Altfällen" des Calbenser Feuerteufels in den nächsten Wochen eine Entscheidung geben werde. Dabei stehen die Optionen Einstellung des Verfahrens oder Anklageerhebung im Raum. Viel Hoffnung, dass es zu einer Anklage kommen werde, machte der Sprecher der Magdeburger Staatsanwaltschaft allerdings nicht.