In welche Richtung es in der Elbestadt gehen soll, zeigt das Stadtentwicklungskonzept auf. Schönebeck braucht ein neues, das konkret auf aktuelle Bedingungen und Bedarfe eingeht. Der Stadtrat soll jetzt entscheiden, ob ein Verfahren zur Fortschreibung bestehender Pläne in Gang gebracht wird. Das ist zwar mit Kosten verbunden, aber soll nachhaltig wirken, so die Begründung aus dem Rathaus.

Schönebeck l "Das Entwicklungskonzept bildet die Grundlage für das Handeln von Politik, Wirtschaft und Verwaltung im Rahmen einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Stadtentwicklung", sagt Michael Gremmes. Schönebecks Stadtplaner zitiert aus einem Beschluss, der jetzt in den Ausschüssen des Stadtrates diskutiert werden soll. Die Stadtentwicklung ist das Thema und weil alle Bereiche des Stadtlebens in eine einheitliche Richtung gelenkt werden sollen, detailliert das Wort "integriert" das Konzept. "Alle Akteure in der Stadt sollen die Möglichkeit bekommen, auf einen Blick zu sehen, in welche Richtung es gehen soll - was Schönebeck will", erklärt Michael Gremmes.

Nun ist es nicht so, dass bisher ein roter Faden fehlte. Im Gegenteil, an Wegweisern hat die Verwaltung immer gearbeitet. Doch die bisherigen Konzepte haben sich überholt. "Sie waren auf ein bestimmtes Thema ausgerichtet oder haben nur bestimmte Quartiere berücksichtigt", sagt der Stadtplaner (Erklärungen dazu im grünen Kasten). Das Rathaus will mit der Fortschreibung des Inte- grierten Stadtentwicklungsprozesses ein Papier, das zunächst Veränderungen wie die Eingemeindung der ostelbischen Gemeinden berücksichtigt und dann auch gesamtstädtisch gültig ist - gleichzeitig belastbar in der Zukunft.

Der Verwaltung schwebt deshalb vor, die Erneuerung des Konzeptes nicht im stillen Kämmerlein auszubreiten. Im Gegenteil: Ein Prozess, ein "mehrstufiges Verfahren" soll in Gang gebracht werden, der die breite Stadtgesellschaft einbezieht. "Bis 2017 wollen wir uns die Zeit nehmen, um miteinander ins Gespräch zu kommen, Ideen zu sammeln und Strategien zu entwickeln", verweist Michael Gremmes auf den gedachten Zeitplan der Stadt. Der Amtsleiter erklärt, dass ein professionelles Büro diesen Prozess moderieren soll. Es analysiert zunächst den Ist-Zustand. Mit der Industrie, mit Wohnungsverwaltungen, Vereinen, Gruppen, den Stadtratsfraktionen und Parteien, der Bürgerschaft und der Verwaltung werden dann in Arbeitsgruppen in einem nächsten Schritt Leitlinien entwickelt. "Neben der Formulierung von Zielaussagen für die Gesamtstadt werden auch thematische stadtteilräumliche Handlungsfelder unter Berücksichtigung von Fachplanungen bestimmt."

Stimmt der Rat jetzt der geplanten Fortschreibung zu, wird ein Auftrag erteilt. Bezahlt wird das aus Fördergeldern und städtischen Eigenmitteln. Das Ergebnis soll ein modernes Leitbild für Schönebeck sein: Das Konzept schaffe keine unmittelbare Rechtsgrundlage im Bodenrecht, so der Experte, es doppele sich also zum Beispiel nicht mit einem Bebauungsplan, der individuell auf Projekte ausgerichtet konkretes Baurecht schaffe. Es spanne aber wie einen großen Bogen über alles und bringe es nachhaltig in Einklang, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. "Ein Investor, der Gewerbe ansiedeln oder Wohnungen bauen möchte, weiß dann mit Blick in das Konzept genau, wo das am besten in Schönebeck funktioniert, wo vielleicht Synergien genutzt werden können", nennt Gremmes ein Beispiel.

Die Mitglieder des Wirtschaftsausschusses beraten am Montag erstmals über die im Stadtplanungsamt angedachte Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (INSEK). "Nur ein aktuelles gesamtstädtisches INSEK bildet die Voraussetzung für die Vergabe von Fördermitteln im privaten wie auch öffentlichen Bereich", verweist Gremmes. Abschließend entscheidet der Stadtrat am 12. Februar. Dann wird über den Aufstellungsbeschluss auch festgelegt, ob der Prozess in die Wege geleitet wird.