Calbe l Es ist eine Premiere gewesen, die bei den Calbensern gut ankam: Die erste gemeinsame Sprechstunde von Bürgermeister Sven Hause (parteilos) und Landrat Markus Bauer (SPD) im Rathaus stieß am Dienstagvormittag auf große Resonanz. Innerhalb von zwei Stunden suchten fünf Bürgerinnen und Bürger das Amtszimmer des Stadtoberhauptes auf, um in vertraulicher Atmosphäre mit beiden Kommunalpolitikern über ihre Anliegen ins Gespräch zu kommen

Einer von ihnen war Günter Wehling. Der 81-Jährige nutzte gern die Gelegenheit, um sich als ehemaliger Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Magdeburg unter anderem zum Themenbereich Hoch- und Drängwasser zu äußern. Nach dem Hochwasser 2013 sah sich der Rentner gezwungen, von Groß Rosenburg nach Calbe zu ziehen. "Aufgrund meiner beruflichen Laufbahn verstehe ich ein bisschen was von Melioration, doch wenn ich heute den Zustand mancher Entwässerungsgräben und die Ausführung neuer Straßen sehe, könnte ich aus dem Auszug springen", sagte der Neu-Calbenser.

"Es waren ausnahmslos konstruktive Gespräche", sagte Sven Hause. Weitere vorgetragene Problemfelder seien der Bodenzustand der Garagenhöfe in Calbe, die geplante Einführung eines Herstellungsbeitrages II für Altanschließer, die Suche nach Unterstützung für eine sozialschwache Bürgerin sowie die in diesem Jahr vorgesehenen Baumaßnahmen in und um Gottesgnaden gewesen.

Mit der eingeschränkten Müllentsorgung durch den Kreiswirtschaftsbetrieb des Salzlandkreises brachte zudem ein Anwohner des Brotsacks einen Calbenser "Dauerbrenner" auf den Tisch. "Dieses Thema beschäftigt weiterhin die Gemüter", sagte Sven Hause im Nachgang. Das Stadtoberhaupt verwies auf die nächste Sitzung des zuständigen Betriebsausschusses im Salzlandkreis, bei dem das Thema erneut behandelt werde. Dabei nehme der Eigenbetrieb nicht nur den Calbenser Brotsack unter die Lupe ,sondern ähnlich enge Straßen im gesamten Landkreis, bei denen eine Befahrung durch Entsorgungsfahrzeuge aus Sicherheitsgründen eingestellt wurde. "Es muss eine schrittweise Umstellung auf kleine Entsorgungfahrzeuge geprüft werden", sagt Hause.

Das Angebot regelmäßiger Sprechstunden des Bürgermeisters, teils zusammen mit dem Landrat, soll weiter bestehen bleiben.