Schönebeck l Michael Wunschik ist zufrieden. Auf ganzer Linie. Der Vorsitzende der Schönebecker Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) präsentierte am Sonnabend auf der jährlichen Mitgliederversammlung Zahlen und Erfolge. Nicht nur im Internet nehmen die Klickzahlen der Homepage stetig zu (im vergangenen Jahr wurden 2277 Zugriffe gezählt und damit der höchste Wert seit Beginn der Statistik), sondern auch die Mitgliederzahl entwickelt sich aus Sicht der Naturfreunde positiv. Waren im 2008 zur Gründung noch 42 engagierte Frauen und Männer registriert, sind es inzwischen 78.

Doch viel mehr als die blanken Zahlen sind es die naturschützerischen Erfolge und der Respekt, den sich die Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe erarbeitet haben. "Immer wieder werden wir um unsere fachliche Meinung gefragt: bei Stellungnahmen zu Projekten, von Bürgern, die Auskunft zu Bäumen und Tieren haben möchten, und von den Medien", schätzte Michael Wunschik in seiner ausführlichen Rückschau ein. So kamen im vergangenen Jahr 38 Bürgeranfragen bei der Ortsgruppe rein - zu Tieren, Baumfällungen, Müllproblemen und freilaufenden Hunden etwa.

Ob die Teilnahme beim Elbe-Saale-Camp in Barby, beim Elbebadetag, das Durchführen des Krötentaxis oder die Einbeziehung des Nabus bei der Bewertung des Entwurfs des neuen Flächennutzungsplanes: Die Stellungnahme der Naturschützer wird in Schönebeck nicht nur gehört, sondern auch geachtet.

Am vergangenen Sonnabend wieder: Zu den Gästen der Mitgliederversammlung 2015 zählte unter anderen Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU). Er lobte in seiner kurzen Rede die sich verbesserte Zusammenarbeit. Er und die gesamte Verwaltung schätzen die Nabu-Ortsgruppe als "einen starken Partner für den Naturschutz", so der Oberbürgermeister.

Diese warmen Worte kann das Rathaus in den nächsten Wochen und Monaten unter Beweis stellen. Ortsgruppen-Vorsitzender Michael Wunschik schlug nämlich unter anderem vor, mehr Transparenz bei Baumfällungen im Stadtgebiet zu schaffen. Er berichtete von Erfahrungen in anderen Bundesländern, die damit sehr gute Erfahrungen gemacht hätten. "Warum wird im Internet nicht schon frühzeitig informiert, wann, wo und warum ein Baum gefällt werden muss? Oftmals ist es nur ein Kommunikationsproblem, das sich sicherlich lösen lässt", machte Wunschik aufmerksam. Im ersten Anlauf stimmte der Oberbürgermeister dem Ansinnen des Nabu zu. "Meintewegen, Transparenz ist wichtig", sagte er. Knoblauch machte aber auch eine oftmals "subjektiv gefärbte Diskussion" deutlich, die nachteilig wäre. Aber er werde sich dieser Idee nicht verschließen.

Neben der Stadtverwaltung sind auch die Stadtwerke Kooperationspartner der Nabu-Ortsgruppe. Auf dem Arbeitsplan 2015 stehen unter anderem die Schaffung eines Leitbildes für mehr Natur im Siedlungsraum und Vor-Ort-Begehungen.