Schönebeck/Staßfurt l Der Deutsche Wetterdienst meldete aus Offenbach: "Seit Beginn der regelmäßigen Temperaturmessungen im Jahre 1881 war 2014 das wärmste Jahr in Deutschland. Die Durchschnittstemperatur lag mit 10,3 Grad Celsius deutlich über den Temperaturen der Rekordjahre 2000 und 2007. In Sachsen-Anhalt kam das Temperaturmittel auf 10,8 Grad Celsius (normal 8,7). Mit 566 Millimetern gehörte unser Bundesland zu den trockenen Bundesländern."

Bei den Durchschnittstemperaturen in unserer Region ist ein Gefälle zu verzeichnen. Sie lagen in Elbenau bei 11,5; in Biere bei 11,0, in Calbe bei 10,9 und in Strummendorf bei 10,8 Grad Celsius. Der Durchschnitt der Jahresniederschläge aller Messstellen, wie sie auf der Niederschlagskarte verzeichnet sind, liegt mit 552 Millimetern nur geringfügig unter dem Wert für Sachsen-Anhalt. Somit zählten unsere Landkreise auch zu den trockensten Gebieten.

Das bisher wärmste Jahr gestaltete sich wie folgt: Der Januar fing verregnet oder besser gesagt vernieselt an, so war der Beginn des neuen Jahres sehr feucht und gar nicht kalt. Winterlich wurde es erst ab dem 19. Januar, als sich dann noch Schnee und Frost hinzugesellten. Im Februar zogen Sturmtiefs unaufhörlich von Westen her über den Nordostatlantik und bogen mit ihren Niederschlagsgebieten über den Britischen Inseln nach Norden ab. Wir befanden uns dabei meist im Einflussbereich der mitgeführten milden Meeresluft, was zu einem völlig außergewöhnlichen Winter ohne Schnee führte.

Der Vollfrühling startete in diesem Jahr mehr als drei Wochen früher.

Der Vollfrühling startete in diesem Jahr mehr als drei Wochen früher als im langjährigen Durchschnitt.

Der März wurde der trockenste Monat. Er zeichnete sich durch viel Sonnenschein und Wärme aus. Der milde Winter und das linde Frühjahr machten es möglich, dass bereits Ende April der Frühsommer begann. Der Vollfrühling startete in diesem Jahr mehr als drei Wochen früher als im langjährigen Durchschnitt. Der Mai begann und endete kühl und nass. Durch die hohen Niederschläge wurde die Trockenheit der ersten Monate des Jahres wieder ausgeglichen. Trotz der hohen Niederschlagswerte stiegen die Pegel von Elbe und Saale nicht sehr über den Normalpegeln an. Eine Flut wie im vorigen Jahr war somit nicht in Sicht.

Die herausragenden Wetter-ereignisse im Juni waren das sommerliche Gastspiel mit extrem heißen Pfingsten und die lang anhaltende Schafskälte danach. Am 11. Juni tobten über Deutschland sehr heftige Gewitter, die bei uns nur wenige Schäden anrichteten. Es soll mit über 30 Grad Celsius das heißeste Pfingsten seit 35 Jahren gewesen sein. Das sollte sich dann in der zweiten Dekade mit Beginn der Schafskälte grundlegend ändern.

Der Juli war deutlich zu warm, extrem nass und reich an Gewittern. Die gewittrigen Schauer fielen lokal sehr unterschiedlich aus.

Der August hatte am Anfang noch einige warme bis heiße Tage zu bieten, und dennoch war er nicht mehr der Sommermonat. Schuld daran waren die vielen Niederschläge und das kühle Wetter zum Ende des Monats.

Der September war etwas zu warm und zu trocken. Einzelne Großwetterlagen konnten sich nur wenige Tage halten. Teils herrschten noch hochsommerliche Temperaturen mit wenig Regen und großer Schwüle.

Der Oktober war sehr warm und abwechslungsreich. Er begann mit Altweibersommer, wurde dann aber verregnet. Am 29. Oktober mussten die Autofahrer wieder den Eiskratzer hervorholen.

Sonne lässt sich mit herbstlicher Stärke blicken.

Doch dafür begann der November fast sommerlich und bemerkenswert warm. Im Laufe des Monats war es bis in die Mittagsstunden recht neblig. Das restliche Laub fiel von den Bäumen. Danach ließ sich oftmals die Sonne mit herbstlicher Stärke blicken. Die Temperaturen gingen im Laufe des Monats kontinuierlich zurück und erreichten zum Monatsende den Gefrierpunkt. Der Winter kündigte sich an. Alles in allen war der vergangene November dennoch ein schöner Herbstmonat.

Der Dezember hatte wieder keine Weiße Weihnachten zu bieten. Vier Tage nach Weihnachten kam dann doch noch Schnee, der aber nicht liegen blieb. Für den Jahreswechsel mag eine alte Wetterregel gelten: "Neujahrstag hell und klar, bringt ein gutes Jahr!"