Die Aufwandsentschädigung für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren in Schönebeck soll erhöht werden. Das ist - stimmt der Stadtrat zu - die erste Anpassung nach mehr als 20 Jahren.

Schönebeck l "Das ist eine Anerkennung unserer Arbeit", sagt Ronald Mühlsiegel, Stadtwehrleiter in Schönebeck und ehrenamtlicher Feuerwehrmann in Elbenau. Er spricht davon, dass in Schönebeck die Aufwandsentschädigung für Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren erhöht werden sollen. Eine entsprechende Beschlussvorlage wird derzeit in den Ausschüssen besprochen. Am 12. Februar wird der Stadtrat entscheiden.

"Bisher gab es kaum Diskussion oder gar Kritik", sagt Mühlsiegel, der die Debatte zu dem Thema Feuerwehr genau verfolgt. Für ihn und seine Kameraden der acht Stadtteilfeuerwehren ist das ein wesentliches Anliegen. Denn eine Angleichung ähnlich wie bei der Aufwandsentschädigung der ehrenamtlichen Stadträte hat es bei der Feuerwehr seit mehr als 20 Jahren nicht gegeben.

"2001 wurde die Satzung überarbeitet, damals lag das aber an der Umstellung von D-Mark in Euro", blickt Ronald Mühlsiegel zurück. Das heißt, die 76,69 Euro, die ein Stadtteilwehrleiter pauschal pro Monat als Aufwandsentschädigung in Schönebeck erhält, stammen eigentlich als Zahl noch aus den 1990er Jahren. Das bedeutet, dass steigende Kosten seither bei der Entschädigung nicht berücksichtigt wurden.

Warum hat sich keiner beschwert? "Das ist nicht unsere Art", sagt Mühlsiegel stellvertretend für seine Kameraden. "Keiner hat daran gedacht", sagt er und zuckt mit den Schultern. Und: "Wir machen es ja nicht wegen des Geldes."

Das klingt ehrenvoll. Jedoch bleiben die Feuerwehrleute dann gegebenenfalls auf Kosten selbst sitzen? "Es ist schon einiges, das anfällt", umschreibt der Stadtwehrleiter. Ob Bürobedarf und Porto oder die Reinigung der Uniform, Ronald Mühlsiegel nennt mehrere Beispiele. "Für uns haben Sicherheit und die richtige Technik Vorrang", erklärt Mühlsiegel, dass der Fokus bei den Kameraden nicht auf der Entschädigung lag und liegt.

Dass die freiwilligen Feuerwehren eine höhere Aufwandsentschädigung verdienen, das sieht man auch im Land. 2004, 2008 und 2014 wurden entsprechende Runderlässe herausgegeben. Schönebeck zieht nun nach.

Demnach ist vorgesehen, dass der Stadtwehrleiter monatlich pauschal mit 250 Euro (bisher 102,26 Euro) entschädigt wird, sein Stellvertreter mit 100 Euro statt bisher 76,69 Euro. Stadtteil- und Ortswehrleiter sollen mit 100 Euro (76,69 Euro) pauschal entschädigt werden, der Stellvertreter mit 50 Euro (38,35 Euro). Für den Stadtjugendfeuerwehrwart sind der Vorlage nach 70 Euro (51,13 Euro) vorgesehen. Der Jugendwart einer Stadtteil- und Ortsfeuerwehr soll 35 Euro (25,56 Euro) monatlich bekommen. Der Stadtsicherheitsbeauftragte soll mit 30 Euro (25,56 Euro) monatlich entschädigt werden. Und der Gerätewart einer Stadtteil- und Ortsfeuerwehr soll mit 35 Euro (25,56 Euro) für seinen Aufwand entschädigt werden.

Doch nicht nur finanziell gibt es für die freiwilligen Feuerwehrleute eine Verbesserung. Nicht zu verachten sei die Regelung, wie die Blauröcke im Einsatzfall verpflegt werden. Früher mussten sich die Kameraden mehr oder weniger selbst versorgen. Seit drei Jahren gilt die Ranieser Feuerwehr als Verpflegungstruppe, die alkoholfreie Getränke - warm und kalt - sowie Brötchen, Würstchen und Co. zum Einsatzort für die Brandbekämpfer bringt. Ab wann die Einsatzkräfte ein Anrecht darauf haben, das legt nun die neue Satzung fest. "Vorher gab es keine richtige Regelung", sagt Mühlsiegel, der aus Erfahrung weiß, dass Feuerwehreinsätze drei Stunden, acht Stunden oder auch 14 Stunden andauern können.

"Die neue Satzung ist insgesamt eine Verbesserung für die freiwilligen Stadtteilfeuerwehren", schätzt Ronald Mühlsiegel ein.