Seit Jahren wünschen sich die Reiter des Schönebecker Sportclubs, dass sie die einstige Bruno-Bürgel-Turnhalle in Salze als Trainingsstätte im Winter nutzen dürfen. Nach mehreren Absagen der Stadt schlagen die Mitglieder des Kulturausschusses nun einen neuen Weg vor.

BadSalzelmen l Der Blick von Helmut Huppertz verrät viel. Das nächste Thema auf der Tagesordnung des Kultur-, Schul- und Sportausschusses lautet "Aktueller Entwicklungsstand zur Nutzung der Bruno-Bürgel-Turnhalle". Der CDU-Mann scheint dem Thema überdrüssig geworden zu sein. Das ist fast nachvollziehbar. Denn Neuigkeiten gibt es offensichtlich nicht dazu, ob die Reiter des Schönebecker Sportclubs (SSC) die ehemalige Bruno-Bürgel-Turnhalle in Bad Salzelmen als Winterkalthalle nutzen dürfen. Er möchte das Thema endlich zu einem guten Ende gebracht wissen.

Die Krux: Die Halle steht seit Jahren leer. Laut dem denkmalpflegerischen Zielkonzept des Kurparkes soll die ehemalige Turnhalle abgerissen und die freie Fläche dem Kurpark zugewiesen werden. Jedoch wurde die Halle bis dato nicht abgerissen, weil die Stadt Schönebeck das Geld dafür nicht aufbringen kann. Zwischenzeitlich wurde sie als Lager des Soleparkes genutzt.

Schandfleck am Kurpark

Langfristig wollen die Reiter des SSC die Halle nutzen. Als Trainingsstätte für die kalte Jahreszeit. Mehrere Anträge des Vereins wurden bis heute von der Stadtverwaltung verneint.

"Ich kann nichts Neues dazu berichten", sagt Birgit Zellmer, Sachgebietsleiterin Sport und Kultur, in der Ausschusssitzung. Das lässt Ina Bühring (Linke) so nicht stehen. "In der vergangenen Sitzung hatten wir doch beantragt, dass weitere Möglichkeiten geprüft werden sollen", sagt sie enttäuscht. An der Stelle hakt Helmut Huppertz ein: "Soweit ich weiß, gibt es keine anderen Möglichkeiten." Damit bezieht er sich auf Aussagen des zuständigen Dezernenten Joachim Schulke, der in der vorhergegangenen Ausschusssitzung noch erklärt hatte, dass die Entfernung der Winterkalthalle vom Stall in der Boeltzigstraße der Reiter nicht zu groß sein dürfe. Von daher gebe es keine Alternative zur Bürgel-Halle.

"Verstehen muss man das nicht", sagt Frank Schiwek (SPD), der sich über das wiederholte Abschmettern des SSC-Antrages ärgert. Denn seit Jahren schon beantragen die Reiter, die Bürgel-Halle für den Winter nutzen zu dürfen. Immer wieder kassieren sie eine Absage - immer wieder mit anderen Begründungen.

"Das Gebäude ist heute ein Schandfleck", betont Frank Schiwek in der Ausschusssitzung. Seiner Meinung nach sei die Nutzungsfrage eine "vertrackte Geschichte". "Ich verstehe es moralisch und logisch nicht", sagt der SPD-Mann, dass "die Sportgruppe, die mit Eigeninitiative etwas für den Sport in Schönebeck machen will", ausgebremst werde.

Mit der Meinung steht Schiwek nicht allein da. Helmut Huppertz, der dieses Thema offensichtlich gern abhaken möchte, sagt: "Wir als Ausschuss können keinen Antrag stellen. Aber die Fraktionen können doch beantragen, dass die Reiter die Halle bekommen." Er schlägt weiter vor, dass sich die Fraktionen im Stadtrat überlegen sollten, ob sie einen gemeinsamen Antrag formulieren wollen. "Ich sehe uns sonst hier im Ausschuss damit nicht weiter kommen", sagt er.

 

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