Es steht unter Strafe, ist aber in allererster Linie pietätloser Vandalismus: Auf dem städtischen Friedhof, Arnstedtstraße in Calbe, haben bislang Unbekannte an mehreren Gräbern gewütet. Sie zerschlugen einen Grabstein und ließen auch Grabschmuck mitgehen.

Calbe l "Der moralische Schaden ist für die Angehörigen wahrscheinlich irreparabel", sagt Marco Kopitz, Sprecher des Polizeireviers des Salzlandkreises. Am Donnerstagnachmittag erstattete ein Geschädigter, der die Grabstätte seines Angehörigen auf dem Friedhof aufsuchte, bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt.

Ahndung mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren möglich

Der oder die Täter hatten Grabstein als auch Grabdekoration zerschlagen und teilweise entfernt. Vor Ort stellte sich schnell heraus, dass Gräber in der Umgebung des Tatorts ebenfalls beschädigt waren. Die Polizei schätzt den rein finanziellen Schaden auf rund 300 Euro.

"Wir konzentrieren uns aufgrund der Zeugenaussage auf einen Tatzeitraum zwischen dem 14. und dem 29. Januar", sagt Marco Kopitz. Dieser Vandalismus sei bei Weitem kein Kavaliersdelikt. Die Beschädigung von Gräbern ist nicht nur pietätlos, sondern stellt auch eine Störung der Totenruhe dar, die nach dem Strafgesetzbuch geahndet wird.

Kontakt mit Stadtverwaltung suchen

Laut Kopitz kann sie eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe nach sich ziehen. Selbst der Versuch dazu ist strafbar.

Calbes Bürgermeister Sven Hause verurteilt diesen Akt blinder Zerstörungswut. Vom Vandalismus auf dem Friedhof habe allerdings weder er noch die Friedhofsverwaltung eine Information bekommen, sagte Hause gestern Nachmittag gegenüber der Volksstimme. Zweifellos gebe es noch "Optimierungsbedarf in der Informationskette", so Hause. Für die Mitarbeiter sei es jedenfalls unmöglich, tagtäglich das gesamte Areal nach möglichen Schäden abzulaufen. "Wir sind daher - nicht nur im Falle des Friedhofes - auf Informationen der Bürger angewiesen", appelliert Hause, sich bei Vorfällen im Rathaus zu melden. "Gleich am Montag werden wir dem Vorfall nachgehen."

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nun nach Zeugen. Sachdienliche Hinweise nimmt das Polizeirevier Salzlandkreis entgegen unter (0 34 71) 37 90.