Seit Jahren unterstützt die Salzlandsparkasse die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie. Dafür kann sie einmal im Jahr festlegen, wo der Klangkörper auftritt. Vergangenen Freitag war es wieder soweit; diesmal im Schönebecker Dr.-Carl-Hermann-Gymnasium.

Schönebeck l Der Umzug des Schönebecker Dr.-Carl-Hermann-Gymnasiums in das erweiterte und renovierte Gebäude in der Berliner Straße wurde im vergangen Jahr nach Monaten des Umbaus vollzogen. Alle Schönebecker Gymnasiasten lernen nun unter einem Dach. Alles neu, alles frisch, alles hell.

Doch da gab es noch zwei Musikinstrumente, die seit Jahrzenten zum Inventar des Schulgebäudes im Malzmühlenfeld gehören und einer dringenden Restaurierung bedurften: Einen Blüthner- und einen Grotrian-Steinweg-Flügel.

"Da blieben uns nur zwei Möglichkeiten: Brennholz oder sanieren! Bei den enormen Summen, die für die Sanierung notwendig sind, 13 000 und 7500 Euro, dachten wir uns, wir gehen mal direkt dahin, wo das Geld gedruckt wird - zur Salzlandsparkasse", verkündete Dr. Ulrich Plaga, Schulleiter des Gymnasiums, mit einem Augenzwinkern bei seiner kurzen Ansprache zum Sponsoringkonzert am vergangen Freitag, das in der Aula des neuen Schulgebäudes stattfand.

Dieses Sponsoringkonzert der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie wurde von der Sparkasse initiiert. Alle Einnahmen des Konzertes kommen der Restaurierung des Grotrian-Steinweg-Flügels zugute. Nach Ende des Konzertes stand fest, es fehlen lediglich 500 Euro. "Aber die bekommen wir auch noch zusammen", war sich Dr. Ulrich Plaga sicher.

Das Besondere des Konzertes war, dass eine ehemalige Schülerin des Gymnasiums, Sabine Seering, als Solistin am bereits sanierten Blüthner-Flügel auftrat. Die 13 000 Euro dafür kamen zu zwei Dritteln wieder von der Salzlandsparkasse, der Rest durch private Spenden und Initiativen und von ansässigen Firmen. Sabine Seering weihte den Flügel im Zusammenspiel mit der Kammerphilharmonie mit dem 1. Satz des Klavierkonzertes Opus 15 Nummer 1 in C-Dur von Ludwig van Beethoven ein. Sei meisterte diese Aufgabe mit Bravour; dreimal wurde sie zum Applaus zurück auf die Bühne gerufen.

Die Volksstimme hat nach dem Konzert mit der 20-Jährigen gesprochen:

Volksstimme: Wie war es für dich und wie bereitet man sich auf eine solches Konzert vor?

Sabine Seering: Es war natürlich aufregend und ich habe mich sehr gefreut, dass ich gefragt wurde, dieses Konzert als Solistin zu spielen. Ich habe davon schon im Oktober erfahren. So war ausreichend Zeit, mich darauf vorzubereiten. Dabei hat mich natürlich meine Dozentin Cosima Pagel, bei der ich Klavier an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg studiere, sehr unterstützt. Außerdem habe ich das Stück mehrfach mit Mitstudenten geprobt. Am Abend vor dem Konzert gab es auch eine gemeinsame Probe mit der Kammerphilharmonie.

Wie ist Gerard Oskamp, der Musikdirektor der Kammerphilharmonie, eigentlich so?

Nett! Er ist freundlich und menschlich gut mit mir umgegangen. Er hat mich auch dreimal zum Applaus nach vorn gebeten.

Hattest du zuvor schon gemeinsame Konzerte mit der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie?

Ja, bei einem Musikschulkonzert. Aber noch nie als Solistin.

Hattest du großes Lampenfieber?

Klar ist man aufgeregt. Ich bin immer ein bisschen nervös vor Auftritten, egal welche. Aber das war schon ein ganz besonderes Konzert.

Was hörst du eigentlich privat für Musik und hast du ein Lieblingsstück, das du am Klavier spielst?

Seit ich studiere höre ich ausschließlich klassische Musik. Aber wenn ich bei meinen Eltern bin, läuft natürlich auch ganz normal das Radio. Mit den Lieblingsstücken ist das so eine Sache. Die habe ich phasenweise. Oft begeistert man sich für das Stück, das man gerade übt.

Du spielst neben dem Klavier auch Violine. Mal unter uns, was hältst du von David Garrett? Kann er wirklich spielen oder ist alles nur Show?

Da sollte man erstmal hinkommen. Es ist viel Show, aber natürlich steckt auch Können dahinter. Aber ein großer Fan bin ich nicht von ihm.

Wie geht es bei dir musikalisch weiter?

Nach dem Studium werde ich als Klavierpädagogin arbeiten. Aber es wäre wunderschön, wenn ich noch Konzerte und bei diesen auch als Solisten auftreten könnte.

Na dann: Toi, toi, toi!

Dankeschön!

 

Bilder