Calbe l Annalisa ist ein Teenager wie er im Buche steht. Sie interessiert sich für Mode, schminkt sich gern und schwärmt für ihre Stars. Doch die 15-Jährige kann nicht das unbeschwerte Leben wie die meisten ihrer Altersgenossen führen. Das Schicksal hat ihr eine große Last aufgebürdet, mit der sie zu kämpfen hat. Es ist ein ungleicher Kampf gegen unheilbare Tumore im Gehirn, den sie nicht gewinnen kann und wird. Annalisa ist auf den Rollstuhl angeweisen und lebt im Kinderhospiz im sächsischen Markkleeberg. Ein Alltag zwischen Ärzten und Diagnosen und inmitten ihrer Familie.

Doch vergangenen Sonntag plötzlich ein Lichtblick: Maik Kuplich aus Calbe kommt zu Besuch. Ein junger Mann, den das Mädchen noch nie zuvor gesehen hat. Im Gepäck hat er gute Nachrichten, mit denen er zwei riesige Wünsche von Annalisa erfüllt. Freudentränen fließen bei der 15-Jährigen.

"Ich brauche nach jeder Wunscherfüllung mehrere Tage, um wieder zurecht zu kommen."

Schon am Montag geht es los, Annalisa, ihre Mutter, ihr Vater und eine Pflegebegleitperson machen sich auf den Weg nach Berlin. Kurz nach der Ankunft wird Annalisa wie ein Star behandelt. Sie erhält ein professionelles Make-up und eine neue Frisur, um anschließend in einem Fotostudio in Szene gesetzt zu werden. Auf den Fotos strahlt sie, ein glückliches Lachen, das von Herzen kommt.

Nach einer Übernachtung im Hotel heißt es am Dienstag, endlich die Bekanntschaft mit ihren Serienstars aus dem Fernsehen zu machen. Annalisa ist ein großer Fan der Serie "Berlin - Tag und Nacht", bei der es sich um die "normalen" Probleme einer Jugend-Wohngemeinschaft dreht. Die große Aufregung hat sich gelohnt, Annalisa kann mit den Darstellern sprechen und lässt sich gern mit ihnen fotografieren. Eine Erinnerung an zwei außergewöhnliche und sorgenfreie Tage, die Annalisa nun keiner mehr nehmen kann. Doch damit nicht genug: Im April wird sie vor einem Konzert ihrer Lieblingsband "Frei.Wild" in Dresden mit den Musikern zusammentreffen. "Wenn ihre Krankheit es noch zulässt", sagt Maik Kuplich ewas nachdenklich. "Wenn ich ehrlich bin, brauche ich nach jeder Wunscherfüllung mehrere Tage, um wieder zurecht zu kommen", antwortet er auf die Frage, wie er mit den Eindrücken der schwer erkrankten Kinder und Jugendlichen umgeht. Vielen schwerkranken Kindern machte er so eine Freude: Der an Leukämie erkrankten Isabell, die ihr Idol Andrea Berg treffen konnte, der dreijährigen Annabell, die nach ihrer Tumoroperation erstmals mit ihren Eltern in den Urlaub fahren konnte, oder dem zwölfjährigen Niklas, der einmal bei einem Heimspiel des FC Bayern München dabei sein wollte.

Der 29-Jährige agiert generell lieber im Hintergrund. Zu viel Aufsehen um seine Person lässt er ungern zu. Ginge es nach dem bescheidenen Maik Kuplich, würde er dabei am liebsten unerkannt bleiben. So wie bei den meisten Übergaben der Geschenke, wenn der Calbenser in ein großes Teddykostüm schlüpft. Vor fünf Jahren entschied sich der Taxifahrer zu helfen. "Ich traf einen Schulkameraden wieder, dessen Tochter an der schrecklichen Krankheit Krebs verstarb", begründet es Kuplich. Seitdem hat er es sich zur Aufgabe gemacht, durch seinen Verein "Teddy-Wünsche" schwerstkranken Kindern mit der Erfüllung kleiner Wünsche ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. "Ihren größten Wunsch, wieder gesund zu werden, kann ich ihnen leider nicht erfüllen", sagt Kuplich. Nach der Arbeit, bestärkt durch Ehefrau Tina, geht er bei Unternehmen und Freizeiteinrichtungen regelrecht Klinken putzen. Dazu kommen unzählige Stunden an Recherche, Telefonaten, E-Mails und Organisation. Viele unterstützen ihn dabei und spenden Geld, Spielzeug oder Ausflüge.

Weitere Unterstützer können sich jederzeit melden unter: www.teddy-wuensche.de

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