2015 soll zum Schicksalsjahr für die Freiwillige Feuerwehr Zens werden. Die Kameraden wollen sich neu aufstellen und so ihre Selbständigkeit als Ortswehr weiter erhalten. Personelle Unterstützung aus dem Ort wird dringend gebraucht.

Zens l Eine überschaubare Gruppe von acht aktiven Einsatzkräften, keine eigene Jugendfeuerwehr, die Einsatzbereitschaft der Zenser Feuerwehr ist nicht mehr rund um die Uhr gegeben: Zu den Nachwuchs- und Kräftesorgen kommt die Leitungsfrage. Nachdem Wehrleiter Udo Lorenz zum Jahresende 2014 seinen Rückzug aus gesundheitlichen Gründen erklärt hat, ist jetzt Eckhard Seiler kommissarischer Ortswehrleiter. Wie die Kameraden hinter ihm ist er beruflich stark eingebunden und nicht immer zu Hause.

Ernst ist die Lage deshalb, weil die Gemeinde als Feuerwehrträger dem Landkreis eine Meldung abgeben muss. Will eine Wehr selbständig sein, muss sie über eine dementsprechend ausgebildete Leitung und über genug Einsatzkräfte verfügen. Eckhard Seiler hat die Qualifikation als Feuerwehrchef, würde sich auch zur Wahl stellen, allein es fehlt an einem Stellvertreter.

Die ehrenamtlichen Retter im kleinsten Ort der Gemeinde Bördeland stehen vor großen Herausforderungen. Probleme, die das Vereinswesen kennt, die aber im Zenser Fall existenziell werden können. Wenn bis zum Sommer, so der selbst gesteckte Zeitplan, nichts passiert.

Dass die Zenser selbständig bleiben und nicht als Löschzug an eine andere Wehr angegliedert werden wollen, ist das Ergebnis der Diskussion bei der Jahreshauptversammlung. Anfänge sind gemacht: Es gibt gemeinsame Ausbildungen mit den Blauröcken in Kleinmühlingen. Die Verwaltung lobt das, die Ausbildung dort sei fundiert, hieß es.

Um sich nun aber auch personell zu stärken, wollen die Blauröcke eine große Werbeaktion starten. In Zusammenarbeit mit dem Ortsrat und dem Bördeland-Ordnungsamt sollen mögliche Mitglieder in Zens gezielt angesprochen und zu einem Treffen eingeladen werden - Männer wie Frauen. Ortsbürgermeister Frank Ahrend will hier moderieren. "Wir können so unsere Lage schildern und um Engagement werden", sagt der bisherige Wehrleiter Udo Lorenz.

Auch Bördelands Bürgermeister Bernd Nimmich unterstützt. Er wird jetzt auf Anregung der Kameraden zu Landwirten und in Betriebe gehen, und für die Feuerwehrarbeit die Werbetrommel rühren. Ordnungsamtsleiter Bernd Möhring erklärt, dass Abschnittsleitung und Landkreis zugesichert hätten, schnell Schulungsplätze für die Feuerwehrnachrücker zur Verfügung zu stellen.

Frank Ahrend wie Bernd Nimmich sehen zur Selbständigkeit keine Alternative. Wie bei einem Puzzle jedes Teil wichtig sei, so gehöre Zens in die Reihe der Bördeland-Feuerwehr. "Die Ortskenntnis hier ist von entscheidender Bedeutung", so Bernd Nimmich. Frank Ahrend betont die Bedeutung einer eigenen Feuerwehr für Gefahrenabwehr, Ordnung, Sicherheit, Brandschutz und auch das kulturelle Leben im Ort. Er wirbt für strategisches Vorgehen, um den Neuanfang für eine Wehr "mit neuer Qualität" stemmen zu können.

Udo Lorenz betont, dass die kleine Zenser Wehr sich nicht verstecken müsse. Man verfüge über gute Technik und sei gut ausgebildet. Auch damit könne man überzeugen.

Jetzt beginnt die Arbeit und die Einladung an die Zenser. Bürgermeister Bernd Nimmich erklärt, dass Gemeinde und Rat hinter den Aktionen stehen würden und die Feuerwehr, wie bisher auch, so gut es die finanziellen Ressourcen hergeben, unterstützen.

   

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