Calbe l Bevor die Calbenser Feuerwehrkameraden am Freitagabend wieder zu einem Brand ausrücken mussten, der vermutlich auf das Konto des Feuerteufels geht, bilanzierten sie das vergangene Jahr bei ihrer Hauptversammlung.

Dass die 52 aktiven Kameraden der Freiwillige Feuerwehr Calbe eine schlagkräftige Truppe bilden, wurde auch dabei wiederholt betont.

Martina Lorenz, Sachgebietsleiterin Brand- und Katastrophenschutz im Salzlandkreis, hob die 24-Stunden-Einsatzbereitschaft hervor. "Das ist nicht selbstverständlich. Nur rund die Hälfte der Wehren im Kreis schafft das noch."

"Neben der regulärer Standortausbildung wurden insgesamt 26 Lehrgänge absolviert."

Auch die Schnelligkeit der Calbenser sei sehr beeindruckend. Durchschnittlich 3,5 Minuten brauchen sie von der Alarmierung bis zum Losfahren, erklärte Lorenz. Nach durchschnittlich 7,9 Minuten seien sie am Brandort und blieben damit deutlich unter der geforderten 12-Minuten-Grenze.

Calbes Ortswehrleiter Uwe Wirth stellte zudem den bemerkenswerten Ausbildungsstand und die personelle Stärke "seiner" Truppe in den Vordergrund. "Neben der regulären Standortausbildung wurden insgesamt 26 Lehrgänge absolviert", erklärte Wirth in seinem Bericht zum vergangenen Einsatzjahr.

Damit kämen auf jeden Kameraden rechnerisch 52 Ausbildungsstunden pro Jahr. Ein ehrenamtliches Pensum, für das jeder Einzelne viel Freizeit opfere.

Zu dem hohen persönlichen Risiko komme die psychische Belastung, beispielsweise bei Unfällen oder beim Bergen einer Leiche wie im vergangenen Juni in der Cito-Ruine von Calbe.

Mit scharfen Worten verurteilte Uwe Wirth das Treiben des Feuerteufels - dem er in seinem Bericht bewusst wenig Platz einräumte - als "verabscheuungswürdig". Er appellierte an die Wachsamkeit aller Bürger.

Bürgermeister Sven Hause (parteilos) beklagte ebenfalls die "bedauerliche Bilanz" der Brandstiftungen und erneuerte seine Forderung an die Ermittlungsbehörden von Polizei und Staatsanwaltschaft, den oder die Brandstifter hinter Schloss und Riegel zu bringen.

Sven Hause verwies zudem auf die städtische Unterstützung, nachdem in Ausrüstung und Infrastruktur der Feuerwehren Calbe und Schwarz bis Ende 2014 fast eine Million Euro aus dem Erlös des Krankenhausverkaufs geflossen seien.

Wie Hause zollten auch Vertreter aus den Fraktionen des Calbenser Stadtrates ihren Respekt für die Arbeit der Blauröcke.

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