"Zauber auf der Rosenburg" - wie konnte das Faschingsmotto auch anders lauten, wenn in 2015 das 1050-jährige Ortsbestehen eine Woche lang gefeiert wird. Der Rosenburger Kultur- und Carnevalsverein (RCV) hatte nicht gekleckert, sondern geklotzt, als er passend zum Thema fast über die gesamte Saalbreite eine neue Bühnenkulisse baute. Das Publikum konnte sich am Sonnabend in der Mehrzweckhalle davon überzeugen. Nahezu sämtliche Akteure passten sich dem Motto irgendwie äußerlich an. Auch musikalisch: Abgesehen von dem in dieser Saison unvermeidlichen "Atemlos" von Helene Fischer erklagen "Haselnüsse für Aschenbrödel", "Loreley und grüne Monster" oder "Holla die Waldfee". Sehr überzeugend kam wie alle Jahre wieder das zerstrittene Ehepaar daher, das von Silke Schulenburg und Michael Pietschker gemimt wurde. Die beiden bewarfen sich verbal mit allen möglichen Beziehungs-Klischees (über und unter der Gürtellinie), um sich am Ende aber doch wieder lieb zu haben. Eine feste Größe des RCV-Faschings ist seit 24 Jahren die Büttenrede des Weltenbummlers. Der beschränkte sich in diesem Jahr auf die Geißelung regionaler Eulenspiegeleien. So bekam Einheitsbürgermeister Jens Strube sein Fett weg, weil er sich in Barby um Dinge kümmere, die eigentlich dem Ortsbürgermeister obliegen. "Das Rathaus steht nun mal da und nicht hier, die Anhängsel sind und bleiben wir", reimte der Weltenbummler. Aufgespießt wurden auch Hochwasser-Bürokratie, Wildschwein-Deichschäden oder das etwas orientierungslose Feuerwehrbootsteam beim Saaletag. Aber ein bisschen klang auch eigenes, nachlassendes Vereinsleben an. Davon merkte das Publikum allerdings nichts. Am kommenden Sonnabend kann man sich nochmal davon überzeugen.

   

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