Volles Haus bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Sachsendorf. Ortswehrleiter René Sablottny machte auf verschiedene Schwachpunkte aufmerksam. Dazu zählt der Zustand des Gerätehauses.

Sachsendorf l Selbst als René Sablottny in seinem Rechenschaftsbericht harsche Kritik vortrug, tat er das in freundlichem Ton. "Wie vor einem Jahr möchte ich noch mal die Stadt Barby auf den katastrophalen Zustand des Gerätehauses hinweisen. Uns wurde eigentlich versprochen, dass nach unserem Fest 2014 damit begonnen wird, die Schäden zu beseitigen. Jetzt haben wir 2015, und es ist immer noch nichts geschehen."

Zu allem Ärger hatten die Sachsendorfer erfahren, dass der Antrag an das Landesverwaltungsamt erst im August 2014 gestellt wurde, obwohl der Schaden schon im September 2013 bekannt war und durch einen Gutachter aufgenommen wurde. "Durch diese Situation ist die Stimmung in der Wehr mehr als auf dem Tiefpunkt, wenn ich immer wieder erklären muss, dass es noch nicht vorangeht. Meiner Meinung nach wird es immer schwieriger, die Kameraden zu motivieren. Das gefährdet im höchsten Maße den reibungslosen Ablauf des Feuerwehrdienstes", unterstrich René Sablottny.

Möbel selbst organisiert

Bezeichnend sei auch das Thema Möblierung im Gerätehaus. Von der Stadt Barby sei auch in dieser Richtung wieder nichts geschehen. "Es ist nur den Kameraden der Feuerwehr Sachsendorf zu verdanken, dass es bald neue Möbel für die Feuerwehr gibt. Durch die Teilnahme an der Aktion der Salzlandsparkasse ist es gelungen, Geld einzusammeln für Tische und Stühle", sagte der Ortswehrleiter. Die zuständige Amtsleiterin Karin Knopf versuchte, Optimismus in Sachen Gerätehaussanierung zu verbreiten. Die beantragte Maßnahme sei bestätigt, die Sanierung könne ausgeschrieben werden. Auch das Sachsendorfer Depot war vom Deichbruch 2013 betroffen. Zwar stand der Ort lange nicht so schlimm wie Breitenhagen, Groß Rosenburg und Lödderitz unter Wasser - dennoch waren einige Grundstücke betroffen.

Zu den Aufgaben der Feuerwehr zählt es, die Löschbrunnen und Unterflurhydranten regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. "Es wurde durch die Kameraden festgestellt, dass drei Löschbrunnen nicht mehr die erforderliche Wasserleistung bringen. In absehbarer Zeit sollten sie von der Stadt Barby wieder repariert werden", sagte René Sablottny.

Im Oktober absolvierten vier Sachsendorfer die Atemschutzstrecke im Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) Staßfurt, wovon ein Kamerad nicht bestand. "Das ist genau der Schwachpunkt, den wir zurzeit haben. Nur drei Kameraden sind berechtigt, Atemschutzgeräte zu tragen. Diesen Zustand gilt es, in diesem Jahr auf jeden Fall zu verbessern", mahnte Sablottny. Atemschutzgeräteträger muss jede Wehr zwingend vorhalten, beispielsweise, um bei Wohnungsbränden in das Gebäude zu können, um gefährdete Personen zu retten. Die "FTZ-Atemschutzstrecke" ist daher eine Belastungsübung, die an die körperlichen Grenzen geht.

2014 hatte die Feuerwehr Sachsendorf zwölf Einsätze. Davon waren sechs Hilfeleistungen, der Rest Brandeinsätze. "Einer der ungewöhnlichsten Einsätze fand am 20. September um 12.11 Uhr statt. Grund war der Achsschaden eines Intercity. "16 Personen und ein Fahrrad waren somit in einer Notlage, sie konnten nicht ohne Risiko aus dem Zug befreit werden", erinnerte sich René Sablottny. Über eine Rettungsplattform wurden die Reisenden aus dem Zug geleitet. "Ein Fahrgast wollte mir gar nicht glauben, dass wir so einen Einsatz zum ersten Mal machten. Er sagte, das sähe ja alles so professionell geordnet aus, wie wir vorgehen", so der Ortswehrleiter. "Alles in allem haben wir uns bei diesem Einsatz super in der Öffentlichkeit präsentiert."