Dass die Freiwillige Feuerwehr Eickendorf verhältnismäßig gut aufgestellt ist, darüber war man sich während der Jahreshauptversammlung einig. An der Frage, wie es um die Zukunft des Mannschaftstransportwagens (MTW) bestellt ist, schieden sich die Geister.

Eickendorf l Solidarität wird bei der Freiwilligen Feuerwehr Eickendorf groß geschrieben. Trotz aller Harmonie hat es bei der Jahreshauptversammlung der Kameraden am Freitagabend es einige Misstöne. Bei der Sanierung des Gerätehauses, da sind sich alle einig, haben Wehr, Ehrenamtliche und Familien im vergangenen Jahr Großes geleistet. Der neue Mannschaftstransportwagen (MTW) hat da schon eher das Potenzial, die Gemüter zu erhitzen.

Doch immer der Reihe nach. Als Wehrleiter Kevin Ritter in seinem Jahresbericht die Leistungen und Ereignisse des abgelaufenen Jahres Revue passieren lässt, wird einer Maßnahme besondere Erwähnung zuteil. Das Ereignis schlechthin, so Ritter, sei die Dacheindeckung des Gerätehauses, finanziert durch die Gemeinde, gewesen. Auch das Gerätehaus und der Turm wurden verputzt und mit einem neuen Anstrich versehen. Über Spenden und den Einsatz des "Mach-dich-ran"-Fernsehteams konnte viel bewegt werden. Einen großen Dank sprach Ritter in Richtung jener Kameraden aus, die in der Phase der Sanierung nach ihrer regulären Arbeit noch bei den Bauarbeiten aktiv gewesen sind.

Eigeninitiative sollte Schule machen

Auch Ortsbürgermeister Marco Schmoldt betonte, dass die Sanierung zeigt, dass die "Feuerwehr in Eickendorf funktioniert". Bördelands Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich würdigte das Engagement bei der Gebäudesanierung: "Hut ab, tolle Leistung, so müssen wir weitermachen, denn irgendwo wird der Euro immer klamm sein." Ebenso wünschte sich Gemeindewehrleiter Hans-Jürgen Schulze, dass diese Form der Eigeninitiative Schule mache.

Einige Irritationen gab es um den Mannschaftstransportwagen (MTW), der schon seit längerem zum Einsatzleitwagen (ELW) aufgerüstet werden sollte. Geschehen ist bislang noch nicht viel. Nach der Inbetriebnahme 2013 wurde das Fahrzeug im vergangenen Jahr neu beklebt. Angeschafft wurde ein Laptop mit Datenstick, außerdem wurden vier digitale Funkgeräte aus Welsleben umgelagert. "Mehr leider nicht", betont Kevin Ritter. "Damit ist ein ELW absolut nicht einsatzfähig".

Stand jetzt: MTW als ELW nicht einsatzfähig

Der Wehrleiter beklagt, dass viel für die Gemeindefeuerwehren in Bördeland, "für die Einsatzleitung allerdings eher wenig gemacht" worden sei. Der Eickendorfer MTW habe trotz bereits erfolgter Umstellung auf den Digitalfunk noch immer kein digitales Funkgerät, so der Wehrleiter. Es werde zwar demnächst eines eingebaut. "Stand jetzt: Das Fahrzeug ist als ELW nicht einsatzfähig", gibt Ritter zu bedenken. Die Entscheidung, "ob das Fahrzeug ELW wird oder im Prinzip ein Großraumtaxi bleibt", stehe noch immer aus. Trotzdem, so betonte der Wehrleiter, hoffe er, dass das Fahrzeug 2015 in Dienst gestellt werde. Fast entschuldigend ergänzt er: "Es ist meine Pflicht, darauf hinzuweisen, dass ein Gefahrenpotenzial besteht."

Ordnungsamtsleiter Bernd Möhring ordnet den Stand der Dinge ein: "2013 wurde der MTW angeschafft, um Leute zu transportieren. Dass es bis jetzt noch nicht gelungen ist, das angedachte ELW zu realisieren, ist natürlich bedauerlich. Ich bitte um Geduld." Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich betont, man sei für alle erdenklichen Standard-szenarien gut aufgestellt und ausgerüstet: "Für alles, was darüber hinausgeht, müssen wir sowieso Kräfte aus dem Kreis bündeln. Wir befinden uns in der Gemeinde Bördeland in der Konsolidierung." Allein 350 000 Euro habe das Hilfeleistungslöschfahrzeug für Welsleben gekostet. Wären nicht 150 000 Euro vom Land geflossen, wäre erst gar nicht daran zu denken gewesen, zusätzliche Anschaffungen tätigen zu können.

"Wir müssen unsere Mittel realistisch einschätzen", so Nimmich. Gemeindewehrleiter Hans-Jürgen Schulze ergänzt, man habe bereits Angebote für den Ausbau des MTW zum ELW eingeholt, damit sei ein erster Schritt getan. Ohnehin werde nicht nur in Eickendorf gespart, untermauert Schulze die Position der Gemeindevertreter: "Die Feuerwehr Bördeland hat viele Baustellen. Einiges wird 2015 gemacht werden können." Dass auch in diesem Jahr Wünsche in den Ortsfeuerwehren offen blieben, sei auch klar, so Schulze.

Abschließend war der Gemeindewehrleiter bemüht, die Wogen etwas zu glätten. Er hob heraus, dass er sich für die Zukunft eine weiterhin gute Kooperation der Eickendorfer mit der Jugendfeuerwehr in Biere erhoffe. Der Zusammenhalt unter den Wehren im Bördeland sei auch in Zukunft erforderlich. Für 2015 sei geplant, den Umbau am Gebäude weiterzuführen. Im Fokus steht die Erneuerung der Fahrzeughalle - dann wahrscheinlich wieder mit vereinten Kräften.