Schönebeck/Staßfurt (dw) l Momentan gilt im Salzlandkreis nach wie vor die Stallpflicht. Das geht aus einer Antwort der Pressestelle des Landratsamtes auf eine aktuelle Anfrage der Volksstimme hervor. Demnach müssten die Geflügeltiere weiter so untergebracht sein, dass ein Kontakt mit Wildvögeln auszuschließen ist. Denn zuletzt waren am 31. Dezember 2014 im Rahmen des Vogelgrippe-Monitorings zwei infizierte Wildenten im Landkreis Stendal geschossen worden. Die Behörden verhängten eine Aufstallungspflicht für Geflügel am 27. November, nachdem Vogelgrippe-Viren in einer wildlebenden Krickente in Mecklenburg-Vorpommern entdeckt wurden.

Nur unter strengen Auflagen und Spezialgenehmigung sowie dem Nachweis von Alternativunterbringung sei eine Ausnahme von der Stallpflicht möglich, hieß es gestern.

Eine Änderung allerdings ist in Sicht. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Landesumweltamtes in Sachsen-Anhalt hervor. Demnach läuft im Bundesland die Lockerung der Stallpflicht für Geflügel an. "Die Landkreise und kreisfreien Städte prüfen derzeit in eigener Zuständigkeit, ob die Stallpflicht nur noch in Vogelschutzgebieten plus eines Zehn-Kilometer-Radius notwendig ist", sagt ein Sprecher gesten. Einige Landkreise hatten die Stallpflicht für den gesamten Landkreis angeordnet, so wie das Salzland. Sollte es in der nächsten Zeit keine weiteren Vogelgrippe-Fälle in Sachsen-Anhalt geben, plane das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, die Stallpflicht Anfang März ganz aufzuheben. Bei Verstößen wurden hier zunächst Verwarnungen ausgesprochen. In anderen Kreisen, wie dem Jerichower Land, hat die Verwaltung sogar Geldstrafen verhängt. Mitarbeiter des Salzlandkreises wollen am Donnerstag aktuell informieren, wie mit der Regelung in der Region umgeangen wird, hieß es gestern aus dem Landratsamt.