Der Salzlandkreis trägt seinem Namen nicht umsonst. Denn das Salz prägt die Region und darüber hinaus die umliegenden Landkreise nach wie vor wirtschaftlich und kulturell. Nun soll das Thema touristisch mehr genutzt und dadurch die Gegend verstärkt beworben werden. Der Name des Projektes: "Salzige Tour".

"Staßfurt hat einiges zu bieten." Christian Schüler, Wirtschaftsförderer in der Stadtverwaltung Staßfurt, ist überzeugt, dass die Salzstadt eine Vielzahl an touristischen Angeboten vorweisen kann. Das Problem aber: "Wir sind keine Touristenhochburg", redet der Staßfurter nicht um den heißen Brei. "Doch wir punkten gerade im Bereich des Tagestourismus", nennt er die Vorzüge der 30000-Einwohner-Stadt.

Man muss diese nur richtig vermarkten - so sein Motto. Ein passendes Instrument dafür scheint nun gefunden zu sein. Denn Werbung für touristische Angebote kostet Geld. Geld, das kaum irgendwo im Überfluss vorhanden ist. Deshalb haben sich mehrere Städte und Institutionen zusammengetan. Alle mit dem gemeinsamen Ziel, die Werbetrommel für sich und ihre Angebote kräftig zu rühren.

Das Ganze steht unter der Überschrift "Salzige Tour". Eine treffende Bezeichnung. Denn: "Das Salz ist das verbindende Glied", sagt Christian Schüler. Und das ist tatsächlich nicht weit hergeholt. Deshalb ist der Ideengeber, die Stadt Staßfurt, mit der Vision, eine "Salzige Tour" zu kreieren schnell bei weiteren Mitstreitern auf offene Ohren gestoßen.

"Das Thema Salz lässt sich gut vermerkten, damit können wir etwas anfangen", sagt Irene Mihlan, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbe-Börde-Heide. Sie hat die Idee aus Staßfurt gern aufgenommen. Seit drei Jahren schon arbeitet sie mit Initiatoren aus dem Salz-land, dem Jerichower Land, der Börde und Magdeburg zusammen. Denn das sogenannte weiße Gold verbindet die Kreise auf wunderbare Weise miteinander. Jetzt wird es endlich konkret: Seit Anfang Januar liegen in den Tourist-Informationen hochwertige Flyer aus. Schließlich ist Werbung im Tourismusbereich alles.

"Darin stellen wir unsere Mitstreiter vor", umschreibt Irene Mihlan das handliche und zugleich ansprechende Faltheft. Es beinhaltet Fotos und reichlich Informationen über die beteiligten Städte mit ihren "salzigen" Anlaufpunkten.

14 Stationen mit 33 Institutionen

So sind es 14 Stationen mit 33 Institutionen, die für sich und ihre salzigen Angebote werben.

Das Schöne an dem Projekt, so Irene Mihlan: "Alles passt gut zusammen." Soll heißen: "Die Entdeckerregion hat von der Salzgewinnung sowohl über als auch unter Tage viel zu berichten. Auch die Wiege der deutschen Soleheilbäder stand hier."

Die "Salzige Tour" führt über "zum Teil uralte Handels- und Salzstraßen, auf denen einst Salz über weite Strecken transportiert wurde, von Staßfurt über Schönebeck und Magdeburg nach Zielitz und über Egeln ins Staßfurter Revier", beschreibt die Verbandsgeschäftsführerin das Gebiet, das schon früher vom Salz profitiert hat und heute wieder damit auf sich aufmerksam machen will.

Und das auf verschiedenen Wegen. "Wir wollen Angebote schaffen für unterschiedliche Gruppen", sagt Irene Mihlan. Das heißt: "Wir wollen das Angebot nicht ausschließlich auf den Museumsbereich begrenzen", erklärt sie. Industrie, Wellness, Kulinarik - es soll die breite Palette des Salzes gezeigt werden.

So gehören zu den Akteuren beispielsweise das Stadt- und Bergbaumuseum Staßfurt, das Salzbergwerk Bernburg, das Museumsschiff Marie-Gerda, der Solepark Schönebeck, die Salzquelle Magdeburg, die historische Gerberei Burg, das Bördemuseum Ummendorf genauso wie die Ziegelei Westeregeln und der Ort Tarthun.

Was versprechen sich die Teilnehmer von der "Salzigen Tour"? An erster Stelle, so Irene Mihlan, soll die gesamte Region touristisch aufgewertet werden. Das Mittel zum Zweck: die Bekanntmachung der Tradition des Salzes für die Region, der gegenwärtigen Rolle des Salzes und die touristischen Angebote rund um das Salz. "Das Salz ist also der Aufhänger, so dass die Gäste in die Region kommen", erklärt sie den positiven Hintergedanken.

Schwerpunkt ist dabei zwar der Kreis mit dem Salz im Namen, doch wie die Liste der Mitstreiter zeigt, führt die "Salzige Tour" auch in ganz andere interessante Orte. Der Grund? "Salz ist ein überregionales Thema und bietet sogar europaweite Vernetzungsmöglichkeiten", sagt Irene Mihlan. Gleichzeitig verweist sie aber darauf, "dass wir ganz am Anfang stehen und der Erfolg von der Mitarbeit vieler abhängt". Soll heißen: Wer sich ebenso mit einer salzigen Idee beteiligen und von dem bisher gegründete Netzwerk partizipieren möchte, ist gern gesehen. "Interessenten aus dem Süden des Landes gibt es bereits", zeigt sie sich zuversichtlich. Wer sich ebenfalls beteiligen möchte, könne sich beim Tourismusverband Elbe-Börde-Heide in Magdeburg melden, sagt die Touristikerin, und macht das, was sie kann, nämlich die Werbetrommel rühren. Tourismus ist nicht unwesentlich. "Er ist ein weicher Standortfaktor, letztlich auch ein Imagefaktor für jeden Einzelnen."

Erlebnis, Information und Verkostung

Das erste nun auch greifbare Werbemittel ist die Broschüre. Die Herstellung dieses Marketinginstruments ist durch das Land, die regionale Planungsgemeinschaft und den Tourismusverband unterstützt worden. "Gefördert wurden ein Marketingkonzept und die Grundausstattung mit Werbemitteln", teilt Irene Mihlan mit. Was in Zukunft an Kosten anfällt, müssen die Projektpartner dann selbst tragen. Dabei geht es unter anderem um Veranstaltungen.

Diese Informations-, Erlebnis- und auch Verkostungsangebote werden von den Projektpartnern selbst organisiert und angeboten.

Eventuell, so das Ansinnen der "Salzige Tour"-Teilnehmer, mündet das Engagement aller auch in einem Aktionstag. Ideen dafür gibt es zur Genüge. "Im Jahr 2016 veranstalten wir eventuell als Auftakt einen `Monat des Salzes`", blickt Irene Mihlan vorsichtig in die Zukunft. Sie stellt sich Werksführungen vor, "salzige Menüs", Salz-Wellnessbehandlungen oder historische als auch aktuelle Hintergrundinformationen in den Museen.

   

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