Calbe l Der 7. Juni 2013 hat sich bei allen Kanuten als ein jäher Rückschlag im Gedächtnis verankert. Am Morgen dieses Tages, an dem der Hochwasserscheitel mit einem historischen Pegel von 9,64 Meter die Saalestadt passieren sollte, wollten die meisten Wassersportler die erschreckende Nachricht nicht wahrhaben.

Planungsleistungen im Ausschuss vergeben

Das Bootshaus als ihr Vereinsdomizil stand anderthalb Meter unter Wasser und brannte noch aus. Was folgte, war der zwangsläufige Abriss und eine Welle der Hilfsbereitschaft.

Mehr als 120 000 Euro flossen an privaten Spenden, 60 000 Euro steuerte Lotto Toto bei und kurz vor Weihnachten flatterte der positive Bescheid der Investitionsbank Sachsen-Anhalt über 807 000 Euro ins Rathaus. Mit Versicherungszahlungen stehen insgesamt rund 1,3 Millionen Euro für einen Neubau des Bootshauses zur Verfügung.

Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgte im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung des Bau- und Vergabeausschusses in der vergangenen Woche. Ein wichtiger Zwischenschritt, denn nun können beispielsweise der eigentliche Bauantrag und die Ausschreibung der Bauleistungen folgen.

"Das wird sich wohl über das Frühjahr hinziehen", schätzt Kanu-Abteilungsleiterin Christel Löbert. Sie rechnet damit, dass im Sommer mit dem eigentlichen Bau des Bootshauses, das zum Schutz vor künftigen Hochwassern höher gebaut wird, begonnen wird.

Vormerken: Zehnte Auflage Dickbootcup am 20. Juni

Die Zeit drängt, denn beantragte und bewilligte Fördermittel müssen bis Jahresende verbraucht sein.

Doch bevor das Bauen in die heiße Phase geht, soll die zehnte Auflage des Dickbootcups am Saaleufer steigen. Die Veranstaltung, bei der verkleidete Paddler in Mannschaftskanadiern auf der Saale gegeneinander antreten, hat sich längst zum Publikumsmagneten entwickelt. "Wir wollen die zehnte Veranstaltung groß aufziehen", kündigt Christel Löbert an. Beispielweise soll ein Schulvergleich zwischen den neunten Klassen der Herder-Sekundarschule und dem Schiller-Gymnasium als Höhepunkt vor dem Finale stattfinden. "Wir sind auch noch offen für weitere interessante Ideen", appelliert Löbert an die Kreativität aller Calbenser.

Doch damit sind die Ziele bei den Kanuten für dieses Jahr längst nicht erschöpft.

Gärten hinter Bootshaus werden hergerichtet

Zeitgleich und im Anschluss an die umfangreichen Baumaßnahmen in der Kleinen Fischerei werden Mitglieder des Kanu-Fördervereins zwei verwahrloste Gärten hinter dem Bootshausgelände auf Vordermann bringen. "Diese werden dem Kanuverein dann zur Nutzung überlassen", erklärt Christel Löbert die Aufwertung des Umfeldes.

Über alle Themen wird zur Jahreshauptversammlung der Kanu-Abteilung der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) Calbe am Freitag, 6. März, ausführlich berichtet. Los geht es um 18 Uhr im Saal der Firma HIT im Schloßanger 3.

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