Pömmelte l Die Kreisgrabenanlage bei Pömmelte wird aktuellen Schätzungen zufolge etwas teuerer als zunächst geplant. Derzeit gehen die Verantwortlichen, Bauherr ist der Landkreis, von rund 2,2 Millionen Euro aus. Rund 585 400 Euro entfallen auf die Rekonstruktion. Hinzu kommen 1,6 Millionen Euro für die touristische Erschließung. Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Mitteilungsvorlage, die heute den Mitgliedern des zuständigen Fachausschuss für Kreisentwicklung, Bau und Umwelt vorgestellt wird. Bisher war man von höchstens 2 Millionen Euro als Gesamtkosten ausgegangen.

"Die Planung hat sich im Zuge der Vorbereitung der Maßnahme durch höhere Ausschreibungsergebnisse und höheren Aufwand für Vermessung, Baugrunduntersuchung und Architekturwettbewerb insgesamt erhöht", schreibt Kreisfachbereichsleiterin Karin Pfeiffer in ihrer Vorlage. Erschwert werde die Situation dadurch, dass die Auftraggeber auf finanzielle Unterstützung der Lotto-Toto GmbH gehofft hatten - hier allerdings gab es eine Absage.

Land könnte fehlende Mittel ausgleichen

Doch die Finanzierung ist damit nicht grundsätzlich gefährdet. Landrat Markus Bauer (SPD) hat Anfang des Jahres ein Informationsgespräch mit Vertretern der Landesinvestitionsbank geführt. Ziel sei es gewesen, eine Erhöhung der beantragten Förderung und die Ausweitung der Maßnahme bis in das kommende Jahr hinein zu erreichen. Einem entsprechenden Antrag dazu könne die Investitionsbank zustimmen, heißt es in der Mitteilungsvorlage.

Der Kreis will die Investitionsbank daneben noch um zusätzliches Geld bitten, um auch die geplanten Lotto-Mittel abfangen zu können. Eine Entscheidung hierüber behält sich allerdings das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt vor. Entscheidend dafür sind unter anderem detaillierte Kostenberechnungen für noch geplante Infrastruktur- und Tourismusmaßnahmen - zum Beispiel für den Aussichtsturm. Das Projekt insgesamt umfasst mehrere Einzelmaßnahmen. Der Kreis hat umfangreiche Fördermittel akquiriert. Maßgeblichen Anteil am Gelingen und am jetzigen Stand hat der CDU-Landtagsabgeordnete Gunnar Schellenberger, der wissenschaftliche und finanzielle Unterstützung ausgelotet hat.

2014 wurde mit der Rekon-struktion der Kreisgrabenanlage unter Begleitung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie begonnen. Aktuell sind zwei von vier Palisadenringen, der Wall und der Graben errichtet worden. Am 28. Januar hat der Kreisausschuss auch die Vergabe für die Herstellung der inneren Ringe vergeben, die Arbeiten sollen bis Mai abgeschlossen sein.

Pläne zur Touristischen Erschließung

Zufahrt/Parkplatz: Geplant und mit den Ackerpächtern ist abzustimmen, dass die Zufahrt von der Kreisstraße und der Parkplatz mit 30 Pkw- und drei Bus-Stellplätzen im Juni/Juli gebaut werden. Die Straße wird auf dem landwirtschaftlichen Weg verlaufen, befestigt und drei Meter breit sein.

Aussichtsturm: 2006 soll der Bau erfolgen. 2015 wird in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie die Planung vorgenommen. Das umfasst den Turm und die Besuchervisualisierung (Wege, Schilder, Sitzflächen). Zur Gestaltung des Aussichtsturms hat es einen Wettbewerb gegeben.

Radweg: Geplant ist die Anbindung der Stelle und einer zweiten, noch zu erschließenden Kreisgrabenanlage bei Schönebeck an den Elberadweg. Hier ist die Finanzierung noch nicht gesichert.

Landebahn des Fliegerclubs: Wenn Fahrzeuge die Zufahrt nutzen, muss die derzeitige Start- und Landebahn des Fliegerclubs Schönebeck verändert werden, damit entsprechende Flughöhen erreicht werden können. Die Genehmigungen der Luftfahrtsbehörde liegt seit Dezember 2014 vor. In Abstimmung mit dem Club soll die Maßnahme 2015 umgesetzt werden.