Vier Supermärkte im Altkreis Schönebeck sind seit Jahresbeginn überfallen worden. Steckt dahinter eine Reihe von der sogenannten räuberischen Erpressung? Volksstimme-Redakteurin Kathleen Radunsky sprach dazu mit Beatrix Mertens von der Pressestelle der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord.

Volksstimme: Wie viele Raubüberfälle auf Supermärkte hat es seit Beginn des Jahres im Altkreis Schönebeck gegeben?

Beatrix Mertens: Seit Beginn des Jahres gab es vier Überfälle auf Supermärkte im Salzlandkreis. Das sind: 16. und 26. Januar sowie 6. Februar in Schönebeck und einen Überfall am 7. Februar in Calbe.

Stehen die Fälle in einem Zusammenhang?

Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die Fälle im Zusammenhang stehen. Die Taten wurden vermutlich von einer Tätergruppe ausgeführt. Es gibt Übereinstimmungen in den Personenbeschreibungen sowie in der Begehungsweise.

Gibt es Verdächtige oder sogar Festnahmen?

Festnahmen gab es bislang nicht. Aus ermittlungstaktischen Gründen kann ich mich zum genauen Stand der Ermittlungen derzeit nicht äußern.

Was tut die Polizei dagegen, wird mehr Streife gefahren?

Die Ermittlungen zu den Überfällen werden in Magdeburg in einem Fachkommissariat geführt. Im Rahmen der Streifentätigkeit finden Supermärkte eine verstärkte Beachtung.

Werden diese Supermarktüberfälle nur im Altkreis Schönebeck verübt oder betrifft es gar den gesamten Salzlandkreis?

Tatorte im Salzlandkreis waren bislang Schönebeck und Calbe.

Wie sollten sich Angestellte und Einkäufer bei einem Überfall verhalten?

Das oberste Gebot sollte lauten: Ruhe und Besonnenheit bewahren, kein falsches Heldentum zeigen, Leben und Gesundheit sind wichtiger als der Geldverlust. Man sollte weiterhin:

- versuchen möglichst schnell den Schreck zu überwinden und zumindest nach außen hin ruhig und verbindlich zu wirken

- sich nicht den Anweisungen des Täters widersetzen

- versuchen sich möglichst viel zur Personenbeschreibung einzuprägen. Besonders wichtig sind besondere Merkmale, die Sprache, die Ausdrucksweise, Tätowierungen, Haarfarbe, Haarfrisur, Bekleidung, Statur, Alter

- schnellstmöglich Polizei verständigen, erste Hinweise auf Täter, Bewaffnung, Fluchtfahrzeug und Fluchtrichtung geben

- sofort, unabhängig von den anderen Beteiligten den Ablauf des Geschehens und die Täterbeschreibung notieren

Mit welchen Strafen müssen Täter rechnen, die einen Supermarkt überfallen?

Täter müssen mit hohen Strafen rechnen, was eine Verurteilungen aus dem letzten Jahr zeigen. Hier war es auch zu mehreren Überfällen im Bereich Schönebeck gekommen. Die Täter zu diesen Taten konnten ermittelt werden. Dabei ging es um räuberische Erpressung in der Greenline Tankstelle Schönebeck (September 2013) sowie die räuberische Erpressung im Dänisches Bettenlager Schönebeck (Oktober 2013). Die Täter wurden bereits verurteilt, sind jedoch in Revision gegangen.

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