Was lange währt wird aus Sicht der Anwohner vom Brotsack nun doch noch gut. Nachdem der Kreiswirtschaftsbetrieb (KWB) im vergangenen Jahr die Müllentsorgung aus Sicherheitsgründen einstellte, werden ab März zumindest die schwarzen Restmülltonnen wieder vor den Häusern abgeholt.

Calbe l Es war Ende Oktober 2013, als sich die Ankündigung des Kreiswirtschaftsbetriebes des Salzlandkreises, die Müllentsorgung im Brotsack einzustellen, schrittweise zu einem kleinen Politikum entwickelte.

Anwohner Rüdiger Uhlmann wandte sich damals an die Volksstimme. Über die Begründung des Salzlandkreis-Eigenbetriebes, dass Voraussetzungen für eine "unfallfreie Abfallentsorgung" in der engen Gasse nicht mehr gewährleistet seien, konnte er nur mit dem Kopf schütteln. Für ihn war es eine regelrechte Zumutung, dass vor allem ältere Anwohner ihre Tonnen mehrere hundert Meter weit zu Sammelplätzen schieben sollten.

Nur die Restmülltonne wird vor dem Haus abgeholt

Daraufhin gaben sich unzählige Kommunalpolitiker verschiedener Parteien bei Vor-Ort-Terminen quasi die Klinke in die Hand. Der damalige Bürgermeister Dieter Tischmeyer bestellte KWB-Chef Ralf Felgenträger ins Rathaus, um gemeinsam nach einer tragfähigen Lösung zu suchen. Das Thema rückte schließlich auch auf die Tagesordnungen der entsprechenden Ausschüsse des Salzlandkreises, zumal die Müllentsorgung in engen Gassen kein Calbe spezifisches Problem ist (Volksstimme berichtete).

Im gestrigen Morgengrauen tauchte am Brotsack plötzlich ein zweiachsiges und deutlich kleineres Entsorgungsfahrzeug des KWB auf, als es bislang der Fall war. Der Grund: Probefahren. "Das sah ganz gut aus", meinte Bürgermeister Sven Hause (parteilos), der mit vor Ort war. Er dankte dem federführenden Landrat Markus Bauer (SPD) und Ralf Felgenträger für die Wiederaufnahme der Müllentsorgung vor den Haustüren der Anwohner.

"Aufgrund der Nutzung von Einsparpotenzialen und im Rahmen von Maßnahmen zur Effizienzsteigerung hat der Kreiswirtschaftsbetrieb die 2014 bereits angekündigten großflächigen Änderungen der Logistik in den Entsorgungsgebieten nun realisiert", erklärt Ralf Felgenträger. Im Ergebnis habe es der KWB geschafft, Kapazitäten für die Entsorgung freizusetzen und kleinere Müllfahrzeuge in die Calbenser Tour zu integrieren. Eine Forderung, die mehrmals an ihn herangetragen wurde. Damit ist ab Mitte März die Abfuhr der schwarzen Restmülltonnen im Brotsack wieder möglich.

Kleiner Wehrmutstropfen: Zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht umsetzbar sei die haushaltnahe Abfuhr von Papier, Bioabfall und der gelben Tonne, ließ Ralf Felgenträger wissen. In diesen Fällen warb er um Verständnis. Die zentralen Sammelplätze stünden, wie gewohnt, weiter zur Verfügung. Wer größere Mengen an Grüngut oder Sperrmüll entsorgen möchte, könne auf die bewährten Angebote im Rahmen des Containerdienstes des Kreiswirtschaftsbetriebes zurückgreifen.

Anwohner Rüdiger Uhlmann zeigte sich gestern positiv überrascht, als er von der Nachricht erfuhr. "Wenn es ab März wirklich so eintritt, bin ich und alle anderen Anwohner hier sehr erfreut darüber", sagt der Calbenser gegenüber der Volksstimme. Damit scheint ein lange schwelendes Problem nun zumindest teilweise vom Tisch zu kommen.

Nun ist es an den Anwohnern, ihre Autos während der Entsorgungstage der schwarzen Restmülltonnen so zu parken, dass sie die Entsorgungsfahrzeuge beim Entlangfahren möglichst nicht behindern.

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