Schönebeck l Bezüglich der Gebühren für Kindertagesstätten, Krippen und Horte gibt es für Schönebeck eine gute und eine annahmeweise weniger gute Nachricht. Die gute: Die Kosten für die Eltern werden in diesem Jahr nicht steigen. Das hat die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin Erdmute Köppe in der jüngsten Sitzung des Jugend-, Frauen- und Sozialausschusses versichert. Darauf hätten sich die Stadt und die freien Träger der Einrichtungen geeinigt. Es solle erst einmal abgewartet werden, wie hoch die Kostensteigerungen durch die Umsetzung des vom Land Sachsen-Anhalt vorgegebenen Kinderförderungsgesetzes (KiFöG) tatsächlich ausfallen.

Und das ist die weniger gute Nachricht: Aufgrund des KiFöG werden die Kosten insgesamt wohl deutlich steigen, höchstwahrscheinlich auch für Eltern. Hintergrund der Kostensteigerung ist vor allem der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung für alle Eltern. Jahrelang war das nur Müttern und Vätern zugebilligt worden, die in Arbeit stehen, nicht aber Eltern aus Hartz-IV-Haushalten. Durch die höhere Zahl der zu betreuenden Kinder muss auch der Personalschlüssel in den Einrichtungen verändert werden. "Dass es ab 2016 teurer wird, ist logisch", meinte Erdmute Köppe. Ob das auch für die Elternbeiträge gilt, hängt von den Verhandlungen zwischen den Trägern und dem Salzlandkreis ab. Auf dem Tisch der Landkreise nämlich, das ist neu, liegt jetzt die Verantwortlichkeit der Berechnungen. Was bleibt, ist diese Formel: Die nach Abzug der Zuschüsse von Land und Landkreis übrigbleibenden Kosten teilen sich Kommune und Eltern, wobei die Eltern maximal 50 Prozent übernehmen müssen. Die Kommune kann also durchaus auch 70 Prozent übernehmen, was angesichts der allgemeinen kommunalen Verschuldung aber unrealistisch ist.

Liegen im Laufe dieses Jahres schließlich alle Kosten beziehungsweise Kalkulationen vor, soll aus ihnen ein Mittelwert errechnet werden. Der diene ab 2016 als Grundlage für die Neukalkulation.

Die Sachgebietsleiterin wies darauf hin, dass die Verhandlungen zwischen dem Salzlandkreis und den Trägern der Einrichtungen über die von ihnen geltend gemachten Leistungsvereinbarungen und Entgelte noch bis 30. Juni andauern. "Es wird eine ganz andere Form der Finanzierung erarbeitet", sagte sie. So ändere sich zum Beispiel der Planungszeitraum, kurzfristige Änderungen so wie bislang seien dann nicht mehr möglich, verlangt werde nun eine "vorausschauende Perspektive". Erdmute Köppe sprach von einem "riesigen Aufwand" zur Neuberechnung der Gebühren. "Alles muss nachgewiesen werden."

Ob es ab 2016 in Schönebeck weiterhin für alle Einrichtungen einheitliche Gebühren geben wird, wie es jetzt der Fall ist, sei offen. "Das ist unsere Zielstellung. Sofern es alle wollen, kann es so bleiben. Schert ein Träger aus, wird es nicht mehr möglich sein."

In punkto Unterstützung von Mehrkindfamilien sei die Stadt Schönebeck 2014 in Vorleistung gegangen und zwar mit einem Betrag von rund 139000 Euro. Dieses Geld soll nun vom Land zurückgefordert werden, wie es eine entsprechende Vorgabe auch vorsieht.

In Schönebeck gibt es 16 Kindertagesstätten und sieben Horte. Drei Kitas und ein Hort in Ostelbien befinden sich in Trägerschaft der Stadt, alle anderen in freier Trägerschaft.

Bei zehn Stunden Betreuung liegt die Kita-Gebühr für Eltern gegenwärtig bei 175 Euro, in Krippen bei zehn Stunden bei 188 Euro.