Sie haben sich auf das Wesentliche beschränkt: Die Mitglieder der Stadtteilfeuerwehr Felgeleben trafen sich am Freitagabend zur Jahreshauptversammlung. Harmonisch ging es zu im Gerätehaus, was nicht nur den Oberbürgermeister, sondern auch den Stadtwehrleiter freute.

Felgeleben l Es war eine kurze Nacht. Nachdem die Kameraden das Gerätehaus nach der Jahreshauptversammlung verschlossen hatten, ging um 5.30 Uhr schon wieder der Pieper. Sie mussten gemeinsam mit den Kameraden der Tischlerstraße zu einer Hilfeleistung ausrücken. Da hatten einige der die Felgeleber nach dem vergnüglichen Abend noch "ganz kleine Augen".

Dass die Stadtteilfeuerwehr fester Bestandteil der Wehren im Stadtgebiet ist und häufig ausrückt, wurde auch beim Rechenschaftsbericht von Wehrleiter Daniel Schürmann deutlich. Insgesamt rückten die Kameraden im vergangenen Jahr 36-mal zu Einsätzen aus. Auf diesen Schnitt kommen manche Wehren in der Region erst nach fünf bis zehn Jahren. "Darunter waren auch eine Reihe von schwierigen Einsätzen, die eine wirklich gute Vorbereitung und Ausbildung erfordern", resümierte Abschnittsleiter des Bereiches I, Uwe Tandler.

Doch nicht nur das. Die anwesende Vertreterin des Landkreises, Martina Lorenz, Sachgebietsleitern Brand- und Katastrophenschutz, lobte die Felgeleber Kameraden aus zwei weiteren Gründen: So gehört die Wehr zu den 50 Prozent aller 100 Feuerwehren im Salzlandkreis, die noch 24 Stunden am Tag einsatzbereit ist. "Das ist nicht überall selbstverständlich", so Martina Lorenz. Zudem erreicht die Felgeleber Stadtteilfeuerwehr ein Hilfsfrist von 9,2 Minuten. Das Gesetz schreibt 12 Minuten vor. "Damit seit ihr also super im Limit", machte Martina Lorenz deutlich.

Zu den 36 Einsätzen des vergangenen Jahres zählten 20 Brandeinsätze, 10 technische Hilfeleistungen, eine Einsatzübung und leider auch 5 Fehlalarmierungen. Meist sind es Brandmeldeanlagen, die auslösen und damit auch automatisch die Wehren. Nur einmal nicht: Im Juni 2014 schlug eine Meldeanlage in einer hiesigen Druckerei an. Dort gab es einen Schwelbrand an einer Fertigungsmaschine.

Schönebecks Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) zeigte sich beeindruckt. "Die Bilanz, die Sie ziehen, ist wirklich vorzeigbar und zeugt davon, dass Sie eine gut ausgebildete Feuerwehr sind", sagte er. "Das sieht nach Außen hin immer sehr einfach aus, aber es braucht viel Arbeit in der Freizeit." Dem stimmte Wehrleiter Schürmann zu. Jeden Freitag treffen sich die Kameraden zu theoretischer und praktischer Aus- und Weiterbildung. Zudem nahmen eine Reihe von Feuerwehrleuten an den Lehrgängen des Salzlandkreises und des Institutes für Brand- und Katastrophenschutzes in Heyrothsberge teil.

Dass sich die Felgeleber um die Zukunft keine Sorgen machen müssen, stellte Stadtwehrleiter Ronald Mühlsiegel fest. "Wenn ich hier in die Rund schaue, sehe ich einen sehr guten Altersdurchschnitt: 35 Jahre, vielleicht auch jünger", freute er sich. Die von den Kameraden angesprochenen Probleme - Internet, Drucker und Austausch der Bekleidung - versprach Mühlsiegel, intern zu klären.

Zwei anwesende Stadträte, Thomas Mogge und Werner Grundmann, dankten den Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft. Letzterer freute sich vor allem über die Zusammenarbeit mit den Vereinen im Stadtteil. Neben den Sport ist meist die Wehr der letzte verlässliche Partner. So wird es wohl auch in diesem Jahr wieder sein: Kameraden, Förderverein und andere bereiten das nächste Wohngebietsfest von Felgeleben und Sachsenland vor. Das steht unter einem ganz besonderen Stern: 90 Jahre Feuerwehr. Vom 3. bis 6. September soll gemeinsam gefeiert werden.

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