Calbe l Sie kommen aus Albanien, Syrien, Kosovo, Bosnien sowie Indien und wohnen nun in Wohnungen der Calben-ser Wohnungsbaugesellschaft (CWG) mitten in der Neuen Wohnstadt. Doch den meisten der mehr als 60 Asylsuchenden, die in den vergangenen Wochen der Saalestadt zugewiesen wurden, ist ihr neues Lebensumfeld fremd.

Die Akteure des Sozialen Netzwerkes Calbe haben es sich auf die Fahnen geschrieben, den Neuankömmlingen bei der Integration und Partizipation unter die Arme zu greifen. Am Donnerstagnachmittag wurde daher zu einer Willkommensrunde in den Gruppenraum der Malteser im Ärztehaus in der Barbyer Straße eingeladen. Rund 30 Männer, Frauen und zahlreiche Kinder folgten der Einladung.

Schnell bestätigte sich, dass die Verständigung die größte Hürde darstellt. Benötigt wurden Informationen auf Hindi, Englisch, Arabisch oder Albanisch. "Wo ein Wille ist, ist immer auch ein Weg", meinte Calbes Pfarrer Jürgen Kohtz. Er setze sich an den Laptop und bemühte kurzerhand einen Internetdienst, um sein Anliegen "live" übersetzen und mit Hilfe eines Projektors für alle sichtbar werden zu lassen. Nachdem Kohtz "Herzlich willkommen" eintippte, erschien die albanische Entsprechung "Mirë se vini!" und ein Lächeln huschte über viele Gesichter in der Runde. So konnten - zwar mühsam, aber hilfreich - erste Fragen gestellt und beantwortet werden.

Calbes Gemeinwesenkoordinatorin Anne Schüler, die aufgrund ihres Studiums über arabische Sprachkenntnisse verfügt, verteilte einen vorbereiteten Stadtplan mit entsprechenden Hinweisen beispielsweise für Ärzte, Apotheken und Einkaufsmöglichkeiten, der dankend angenommen wurde.

Neben dem Malteser-Ortsbeauftragten Norbert Berrens hieß auch Bürgermeister Sven Hause die Ausländer herzlich in der Saalestadt willkommen. In seiner Funktion als TSG-Vorsitzender warb er für die zahlreichen Sportangebote in Calbe und stieß vor allem beim Fußball auf großes Interesse.

Daniela Zander und Helga Knauft waren zwei der Freiwilligen, die dem Aufruf des Sozialen Netzwerkes Calbe folgten und ihre Hilfe als Deutschlehrerinnen anboten. "Das schnelle Erlernen grundlegender Deutschkenntnisse macht vieles einfacher. Für beide Seiten", ist die ehemalige Deutschlehrerin Helga Knauft überzeugt.

Die Auftaktveranstaltung ist Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten zur Integration der Ausländer. Der Malteser-Gruppenraum im Ärztehaus steht für die Asylsuchenden jedenfalls als eine feste Anlaufstelle zur Verfügung.