Ein Mammutprojekt haben die Sportler des 1. Shotokan Karate-Do Vereins Schönebeck geschafft. Sie haben für 113000 Euro die Decke ihrer Trainingshalle in Frohse saniert.

Frohse l "Unser Konto wird jetzt gerade mal für die Deckung der Betriebskosten reichen", sagt Thomas Kuczora lächelnd. Bis vor einem Jahr war er der Kassenwart des 1. Shotokan Karate-Do Vereins Schönebeck. Auch wenn er diese verantwortungsvolle Aufgabe an eine Jüngere abgegeben hat, so kennt er die finanzielle Situation des 79 Mitglieder zählenden Vereins sehr gut. Mehr oder weniger blank ist die Gruppe nun aus einem guten Grund: Die Sportler haben im Dezember für 113000 Euro die stark ramponierte Decke ihrer Trainingshalle in Frohse saniert. Für den kleinen Verein ist das eine stolze Summe, die aufgebracht werden musste. Nicht umsonst spricht Vereinsvorsitzender Gunnar Martin von der umfangreichsten Sanierung seit 1999, als der Verein die Halle von der Stadt übernommen hat.

"Die Decke wollten wir schon Anfang 2000 sanieren, haben es aber nicht geschafft", blickt Gunnar Martin zurück. Vor drei Jahren haben die Sportler erneut Anlauf genommen - und dieses Mal haben sie das Ziel erreicht, wenn auch auf einem holprigen Weg. Der Startschuss fiel sozusagen mit dem Fördermittelbescheid der Lotto Toto GmbH über 45000 Euro. Eine zweite Säule sollte die Sportförderung des Landes sein. Jedoch wurde der Antrag verneint. Ein herber Rückschlag für die Schönebecker Karate-Leute. Einen gewissen Eigenanteil - durch Sponsorengelder - wollten die Sportler eh einbringen. Doch mehr als 65000 Euro waren zu viel. "Wir haben nicht aufgegeben, sondern weiter Klinken geputzt", berichtet Gunnar Martin. Und sie sollten am Ende belohnt werden. "Ende des Jahres wurden wir doch noch mit sogenannten Rücklaufmitteln der Sportförderung bedacht", berichtet der Vereinsvorsitzende. Damit war eine weitere Finanzierungslücke von 27000 Euro gedeckt.

Die restlichen rund 50000 Euro haben schließlich die Spenden ausgemacht. Zu den größten Unterstützern zählt Gunnar Martin die Sparkassenstiftung, die Stadt Schönebeck sowie die Erdgas Mittelsachsen und die Stadtwerke.

"Aber auch jede einzelne kleine Spende hat uns geholfen", sagt der Vereinschef, der glücklich ist über jede Unterstützung, die dem Verein in den vergangenen Jahren zu Teil geworden ist. Gegründet wurde die Gruppe 1992, heute trainieren Mitglieder im Alter von sechs bis 63 Jahren im Verein. Pro Woche werden elf Übungseinheiten von sechs lizensierten Trainern angeboten,

Inzwischen gilt der 1. Shotokan Karate-Do Verein Schönebeck sogar als Leistungsstützpunkt innerhalb des Landesverbandes. Die entsprechende Urkunde wurde den Mitgliedern am Freitagabend überreicht - im festlichen Rahmen während der Einweihung der neuen Hallendecke. Zahlreiche Sponsoren sind der Einladung gefolgt und lassen sich von den Karate-Sportlern vorführen, was sie in ihrem Verein lernen.

   

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