Auf Einladung des Wespener Ortschaftsrates nahm Landrat Markus Bauer gestern an einer Begehung am "Wespener Kreuz´" teil, das vor vier Jahren um diese Zeit teilweise vom Drängewasser überflutet war.

Wespen l Ortsbürgermeisterin Gudrun Tulinski bewies hellseherische Fähigkeiten, als sie voraus sagte: "Wenn die vom Kreis kommen, denken sie, wir wollen eine neue Asphaltstraße". Und genau so kam es.

Ralf Felgenträger, Leiter des Kreiswirtschaftsbetriebes und für die Kreisstraßen zuständig, räumte ein, dass der Zustand der Natursteinpflasterstraße nicht optimal sei, eine Verkehrsgefährdung allerdings nicht vorliege. Die Kreisstraße vom Wespener Kreuz bis zur Ortslage stehe auf der Reparatur-Prioritätenliste auf Platz 41, also "ziemlich weit hinten".

"Darum geht es doch gar nicht. Wir konnten Wespen 2011 wochenlang nur über einen Feldweg erreichen."

"Darum geht es doch gar nicht", stellte Ortschaftsrat Rainer Reß klar. "Wir konnten Wespen 2011 wochenlang nur über einen Feldweg erreichen." Denn im bisher extremsten Drängewasserjahr stand hier das Wasser 20 Zentimeter über der Fahrbahn. Sogar der Linienbus musste sich über einen Betonsteifenfeldweg quälen, da Wespen nur eine gewidmete Zufahrtsstraße hat. Und eben die war unbefahrbar.

"Interessant" sei es geworden, als strenger Frost einsetzte und die große Binnenwasserfläche gefror. Die Kreisstraßenmeisterei sah sich damals genötigt, die Zufahrt mit einem riesigen Splittberg zu versperren, um allzu mutige Kraftfahrer vor sich selbst zu schützen.

Reß, wie auch Gudrun Tulinski und Ortschaftsrat Peter Netzeband versicherten, dass das Thema dem damaligen Landrat Ulrich Gerstner sowie der Kreisstraßenmeisterei bekannt gewesen sei.

Doch seit 2011 kam es zu personellen Veränderungen. Soll heißen: Weder Landrat Markus Bauer noch Ralf Felgenträger kannten das Thema.

Beide sehen den Fall nun in einem ganz anderen Licht. "Es ist eben gut, wenn man sich so ein Problem vor Ort anguckt", schloss Markus Bauer.

Zwei Dinge schlugen die Wespener bereits 2011 vor: Die Erhöhung des betroffenen Straßenabschnitts und die Reaktivierung eines Entwässerungsgrabens in Richtung Pömmelte. Denn der war irgendwann in den 60er oder 70er Jahren der Ackerlandgewinnung geopfert worden. Was zur Folge hat, dass das Drängewasser in der Gemarkung "Sauern Zeitz" am "Wespener Kreuz" nicht abfließen kann. Doch weder das eine noch das andere wurde bisher in Angriff genommen.

"Da muss was gemacht werden. Unsere Vorfahren haben ja so einen Graben nicht umsonst gebaut", unterstrich Ralf Felgenträger.

Fazit: Das Landratsamt will das Problem nun mit dem zuständigen Grabenunterhaltungsverband besprechen. Auf Vorschlag von Barbys Bauamtsleiter Holger Goldschmidt soll auch das Amt für Flurneuordnung einbezogen werden, das sich eventuell an einer Finanzierung beteiligen könnte.

 

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