Die sieben Ortswehren im Bördeland sind überwiegend gut aufgestellt, so lautete der Tenor in der Delegiertenkonferenz in Biere. Den immer komplexer werdenden Anforderungen an die Brandbekämpfung müsse man mit Spezialisierung begegnen.

Biere l"Danke ist das Wort, das heute am meisten fällt", so resümierte Burkhard Lischka kurz nachdem er hinter dem Rednerpult Aufstellung genommen hatte. Treffender als der SPD-Bundestagsabgeordnete und Zuständige für den Wahlkreis 69 konnte es bei der vierten Delegiertenkonferenz der Freiwilligen Feuerwehr Bördeland kaum einer zusammenfassen. Rechenschaft für das Jahr 2014 wurde am vergangenen Freitagabend abgelegt über die Arbeit der Gemeindewehr - bestehend aus sieben Ortswehren.

Dazu waren als Gäste neben Lischka auch CDU-Bundespolitiker Tino Sorge und, die Landesebene repräsentierend, die SPD-Abgeordnete Silke Schindler geladen. Die Rahmendaten und das erste umfassende Dankeschön an alle Kameraden der Feuerwehr Bördeland lieferte, wie gewohnt, Gemeindewehrleiter Hans-Jürgen Schulze: 131 im Einsatzdienst tätige Mitglieder, sechs Abteilungen der Jugendfeuerwehr, vier Abteilungen der Kinderfeuerwehren und einen Spielmannszug vereine man in der Wehr, summa summarum zählte Schulze "insgesamt 286 Kinder, Jugendliche, Feuerwehrkameraden, Spielleute und Alterskameraden" zur Gemeindefeuerwehr. Mit dem Appell "Qualifiziert euch weiter!", der an alle Gruppenführer gerichtet war, unterstrich Schulze die Notwendigkeit, in Wehren mit zwei Einsatzfahrzeugen mindestens einen Zugführer bereitzuhalten. Weiterhin sei in diesem Jahr mit der Überarbeitung der Alarm- und Ausrückeordnung auch die Führungsschleife Digitalfunk neu zu definieren. Damit soll vor allem die Einsatzleitung abgesichert und eine ständige Alarmierung aller Zug- und Verbandführer umgangen werden.

Schulze zeigte sich insbesondere erfreut darüber, dass "im Ernstfall die Zusammenarbeit der Wehren immer funktioniert habe." In das gleiche Horn stieß auch Gemeindebürgermeister Bernd Nimmich. Mit einem Zitat des verstorbenen ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker stellte Nimmich die Arbeit in einem funktionierenden Verband heraus und erinnerte daran, dass die "Feuerwehren die frühesten, lebendigsten und mutigsten Bürgerinitiativen" seien. Nimmich betonte, dass die Aufgabengebiete der Feuerwehr in der Brandbekämpfung immer komplexer würden und nannte als Beispiele unter anderem die Biogasanlagen in Klein- und Großmühlingen und Zens, Tierproduktionsanlagen und Windkraftanlagen. Als Tenor aus den Jahreshauptversammlungen der Ortswehren, so ließe sich resümieren, gelte es, das Zusammenspiel der Einsatzkräfte immer weiter zu optimieren.

Als eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre bewertete der Bürgermeister wie auch Abschnittsleiter Uwe Tandler ("Den Allround-Feuerwehrmann kann und wird es nicht mehr geben"), die zunehmende Spezialisierung der Ortswehren. Einen besonderen Dank sprach Nimmich zudem den Kinder- und Jugendleitern, den Alters- und Ehrenkameraden und den Frauengruppen der Wehr aus.

Es folgten die Grußworte der Gäste, allen voran Burkhard Lischka, der betonte, dass die Kameraden das anspruchvollste Ehrenamt, das man in Deutschland haben kann, ausfüllen. "Die Bürger im Bördeland wissen, dass sie sich 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr, auf Ihre Arbeit verlassen können."

Tino Sorge zeigte sich insbesondere von der mehr als rüstigen Vorsitzenden der Alterskameraden, Elly Schulze, angetan. Der CDU-Bundestagsabgeordnete unterstrich in seiner Rede die Wichtigkeit des Ehrenamtes und bedankte sich bei den Kameraden für ihr Engagement. Die SPD-Landtagsabgeordnete Silke Schindler hob in ihren Grußworten den Stellenwert der heimischen Wehren hervor und freute sich, mitteilen zu können, dass man auf Landesebene die Fördertöpfe von 2,1 auf 3,1 Millionen Euro aufgestockt habe. "Ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, dass diese Arbeit anerkannt wird." Auch Landrat Markus Bauer erkannte in seinen Grußworten "eine besondere Sachlichkeit, Nachhaltigkeit und Verbundenheit" in den Wehren des Bördelands.

Abschnittsleiter Uwe Tandler unterstrich in seinen Grußworten besonders die Rückendeckung durch die Gemeinde und hob das individuelle Engagement von Gemeindechef Bernd Nimmich hervor. Würde er Schulnoten verteilen, Nimmich erhielte von ihm ein "glatte Eins" so Tandler.

 

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