38 Schüler der Herder-Sekundarschule und des Friedrich-Schiller-Gymnasiums zog es in der ersten Märzwoche in die steirischen Alpen. Für die meisten von ihnen waren es die ersten Erfahrungen auf Schi und nach einhelliger Meinung wohl auch nicht die letzten.

Maria Lankowitz/Calbe l Mit dem Schnee sah es in diesem Jahr im mitteldeutschen Flachland eher mau aus und als Schigegend ist das Salzland auch nicht unbedingt bekannt. Umso höher ist es anzurechnen, dass die weiterführenden Schulen in Calbe ihren Schülern seit vielen Jahren eine Schiausbildung in Österreich ermöglichen. 19 Schüler der achten Klassen der Sekundarschule "Johann Gottfried Herder" und ebenso viele Elftklässler des Schillergymnasiums genossen vor Kurzem ihren Schikurs auf den Hängen der Weststeiermark.

In der inoffiziellen Hymne aller Schifahrer, dem Song "Schifoan" von Wolfgang Ambros, heißt es ins Hochdeutsche übersetzt: "Wenn der Schnee staubt und wenn die Sonne scheint, dann hab ich alles Glück in mir vereint." Genau solche Bedingungen durften die Calbenser eine ganze Woche lang erleben.

"Bis auf einen Nachmittag gab es blauen Himmel, viel Sonne und bestens präparierte Pisten - also ideale Bedingungen", schwärmte Herder-Sportlehrer Axel Ehlert. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen brachte er seinen Schützlingen Schritt für Schritt das Schifahren bei und am Ende kamen alle heil und sicher den Berg hinunter. Zunächst galt es dabei, am Gaberl die wichtigsten Bewegungen zu lernen, was schon damit anfing, dass jeder auf dem Hang sicher bremsen konnte. Bereits am nächsten Tag ging es zum Salzstiegl, wo als erste Herausforderung der lange Schlepplift wartete. 400 Meter ging es bis auf rund 1700 Meter in die Höhe und von dort auf optimale Übungspisten. Schneepflüge, Schwünge und sogar ein Slalom standen auf dem Programm, das am letzten Schitag mit einer Kür und den entsprechenden Kostümen seinen Höhepunkt fand.

Die Schiller-Sportlehrerinnen Christiane Falkenthal und Daniela Karl hatten sich in diesem Jahr Unterstützung bei zwei ehemaligen Schülern geholt. "Florian Ende und Lucas Marschall waren echt toll und uns eine wichtige Stütze auf der Piste", freute sich Falkenthal. Die beiden hatten jedoch noch einen weiteren, wichtigen Auftritt für die gesamte Gruppe: Sie waren die Schigötter bei der obligatorischen Taufe all derer, die im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in den Kreis der Schifahrer aufgenommen wurden. Natürlich ging das nicht ohne den entsprechenden Taufnamen und so dürfen sich einzelne Calbenser nun "Qualmender Schizwerg ohne gültigen Fahrausweis", "Brillenloser Liftschubser", "Lächelnde Schneefee" oder "Fangzaunjumper" nennen - Details dazu werden wie immer verschwiegen.

Die Ergebnisse der Schiwoche sind für die Sportlehrer beider Schulen erneut ein voller Erfolg. "Angestrengt haben sich alle und aufgeben galt sowieso nicht", erklärte Falkenthal stellvertretend. Ihren Spaß hatten natürlich auch die Schüler. "Ich war blutiger Anfänger, aber ich wollte schon immer mal Schifahren", berichtete Schilleraner Florian Lück. Angst habe er grundsätzlich nicht, also ging es rauf auf die zwei Bretter und den Hang hinunter. "Ich habe das recht schnell gelernt und das gemeinsame Fahren mit allen hat mir wirklich Spaß gemacht", sagte er nicht ohne Stolz und ergänzte, "ich möchte auf jeden Fall wieder Schifahren." Eine Meinung, der sich die meisten Schüler anschließen dürften und die gewiss eine Auszeichnung für die Sportlehrer der beiden Schulen ist. Denen gelingt es Jahr für Jahr, die Calbenser "Flachlandtiroler" für den Wintersport zu begeistern.

Die Stimmung war nicht nur auf der Piste bestens. Eisstockschießen, ein Ausflug in die Therme und natürlich die Busfahrten von der Unterkunft zu den Pisten sorgten für ihre ganz eigenen Höhepunkte. "Wir waren schon eine recht lustige Truppe", bestätigte Lück. Und natürlich durfte bei den Hüttenhits im Bus eine Hymne nie fehlen: "Schifoan".

 

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